Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1839. (23)

137

gewährten  Rechtsschutz  eine  auswärtige  Regierung  zum  Kriege  wider  das
Großberzogthum  oder  den  deutschen  Bund  auffordert,  oder  Einverständnisse
mit  Anderen  unterhält,  um  einen  solchen  Krieg  zu  veranlassen,  oder  nach
ausgebrochenem  Kriege  freiwillig  im  feindlichen  Heere  Kricgsdienste  nimmt
und  die  Waffen  gegen  das  Großherzogthum  oder  dessen  Verbündete  getragen
hat,  oder  auf  andere  Weise  die  feindliche  Macht  in  ihren  Unternehmungen
gegen  das  Großherzogkthum  und  die  Truppen  desselben  oder  seiner  Verbündeten
  unterstützt,  ist  mit  zweijahriger  bis  lebenslänglicher  Zuchthausstrafe  ersten
oder  zweiten  Grades  zu  belegen.

Artikel  88.

Diejenigen,  welche  mit  gleicher  Verletzung  der  im  vorhergehenden  Artikel
erwähnten  Pflicht,  außer  dem  Falle  eines  Krieges,  zur  Begünstigung  einer
fremden  Macht  sich  Handlungen  zu  Schulden  kommen  lassen,  wodurch  der
Staat  oder  der  deutsche  Bund  benachtheiliget  werden,  oder  in  einer  Privatoder
  öffentlichen  Angelegenheit  eine  fremde  Macht  zu  einer  den  Staat  gefährdenden
  Einmischung  auffordern,  sind  mit  Gefängnißstrafe  bis  zu  drei  Jahren
zu  belegen.

Dieses  Verbrechen  wird  jedoch  mit  Zuchthausstrafe  zweiten  Grades  von
zwei  bis  zu  acht  Jahren  geahndet,  wenn  es  durch  Mittheilung  von  Regierungs
  =  Depeschen,  von  Urkunden  oder  Geheimnissen  des  Staates,  welche  auf
dessen  politische  oder  rechtliche  Verhältnisse  sich  beziehen,  an  eine  fremde  Regierung,
  ingleichen  wenn  dasselbe  durch  Vernichtung,  Unterdrückung  oder  Verfälschung
  von  Urkunden  oder  anderen  Beweismitteln  für  Rechte  oder  Ansprüche
  des  Staates  zu  Gunsten  einer  fremden  Regierung  begangen  wird.

Artikel  89.
Staatsgefährliche  Handlungen.

Wer  die  im  Art.  81  und  87  angegebenen  Handlungen  gegen  einen
auswärtigen  verbündeten  oder  doch  befreundeten  Regenten  oder  Staat  untermimmt,
  ist  mit  Zuchthausstrafe  ersten  oder  zweiten  Grades  von  zwei  bis  zu
zwanzig  Jahren  zu  belegen.  ·  «

Artikel  90.

Koͤrperliche  Verletzungen  auswaͤrtiger  Regenten,  der  Familienglieder
derselben,  oder  ihrer  mit  oͤffentlichem  Charakter  bekleibeten  Bevollmaͤchtigten,
ingleichen  thaͤtliche  Beleidigungen  derselben  Personen  sind,  insofern  nicht