Auch der neue Kriegsminister Scheũch stimmte gegen die levée en masse
und versprach, durch energlscheres „Auskammen“ die Ersatzlage zu bessern.
Nach Ludendorffe Abreise fanden noch sehr eingehende Beratungen des
„Krlegekabinette“ statt. Schließlich wurde die Antwortnote an Wilson fertiggestellt.
Ludendorff, um seine Zustimmung zu ihrem Text befragt, veranlaßte
noch die Aufnahme des Zusatzes: „Die deutsche Reglerung nimmt an, daß auch
die anderen Reglerungen der Alliierten sich auf den Boden der Kundgebung
des Präsidenten stellen.“ In dieser Fassung stimmte die O. H.L. zu.
Und ale gälte es, dem Prasidenten noch fernerhin durch Taten zu beweisen,
wie gründlich die alte Ordnung der Dinge in Preußen-Deutschland der Neuorlentlerung
geopfert worden sei, beugte sich am 11.Oktober auch das Preußische
Herrenhaus dem Geiste der neuen Zelt und erklärte seine Zustimmung zur Einführung
dee Reichstagewahlrechte in Preußen.
Am folgenden Tag erging ein kalserlicher Erlaß, der die politischen Verbrecher
amnestierte. Er öffnete die Kerker der Llebknecht und Dittmann
Sie dankten, indem sie sich als Märtprer feiern ließen und ihre Wühltätigkeit
gegen alles, was in Deutschland noch aufrecht stand, mit frischer Kraft aufnahmen.
Die zwelte Note an Wilson erklärte im Einverständnie mit der österrelchischungarischen
Regierung ihre Bereitschaft, die besetzten Geblete unter noch zu
vereinbarenden Mobalitäten zu rdumen. Auf die verfängliche Frage nach der
kesitimaten der brien Regierung erwiderte die Note:
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mt 293 ber —— im Namen der deutschen Regierung und des
Am 12. * ging die Antwort an Wilson ab.
Sie enthielt nach zwei Richtungen den Anfang der bebingungslosen Kapltulation.
Einmal, indem sie die Räumung der besetzten Gebiete bewilligte —
unseres einzigen Unterpfandes gegenüber der erdrückenden Ubermacht der
Entente — und zum anderen, indem sie Wilsons ersten vorsichtig tastenden
Versuch zur Einmischung in unsere innerpolitischen Verhältnisse nicht ale Verstoß
gegen die Worde des Deutschen Reiches zurückwies, sondern im Gegenteil sich
dem Präsldenten gegenüber auf die „Neuorientlerung“ berlef und damit den
ersten leisen Trennstrich zwischen sich selber und dem Kaiser, dem Werke Biemarcks,
der ganzen deutschen Vergangenheit zog ... Sie sollte bald inne werden,
daß sie dem Teufel den kleinen Finger gereicht hatte.
4.
Und draußen an der Front blutete der deutsche Soldat. — —
Der weitauêholende strategische Grundgedanke Fochs sprach sich nun immer
deutlicher aus — war ja übrigene durch die Gestaltung der deutschen Front —
obne weiteres gegeben und hatte allen Entente-Angriffen seit Herbst 1915 zugrunde
gelegen. Es handelte sich um eine „Zange“, die im Norden mit zwei,
im Sadosten mit einer Backe einsetzte. Durchbruch von Dpern auf Brügge-Gent,
von St. Quentin auf Maubeuge, von Verdun auf Cyarleville.
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