Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1849. (33)

8

Mit  diesen  Rechten  fallen  auch  die  Gegenleistungen  und  Lasten  weg,  welche
dem  bisher  Berechtigten  dafuͤr  oblagen.

g.  36.

Alle  auf  Grund  und  Boden  haftenden  Abgaben  und  Leistungen,  insbesondere
  die  Zehnten,  sind  ablösbar;  ob  nur  auf  Antrag  des  Belasteten  oder  auch
des  Berechtigten,  und  in  welcher  Weise,  bleibt  der  Gesetzgebung  der  einzelnen
Staaten  überlassen.

Es  soll  fortan  kein  Gruntück  mit  einer  unablösbaren  Abgabe  oder
beistung  belastet  werden.

g.  37.

Im  Grundeigenthume  liegt  die  Berechtigung  zur  Jagd  auf  eigenem  Grund
und  Boden.

Die  Jagdgerechtigkeit  auf  fremdem  Grund  und  Boden,  Jagddienste,  Jagdfrohnden
  und  andere  Leistungen  für  Jagdzwecke  sind  ohne  Entschadigung  aufgehoben.


Nur  ablösbar  jedoch  ist  die  Jagdgerechtigkeit,  welche  erweislich  durch  einen
  lastigen  mit  dem  Eigenthümer  des  belasteten  Grundstückes  abgeschlossenen
Vertrag  erworben  ist;  uber  die  Art  und  Weise  der  Ablösung  haben  die  Landesgesetzgebungen
  das  Weitere  zu  bestimmen.

Die  Ausübung  des  Jagdrechts  aus  Gründen  der  öffentlichen  Sicherheit
und  de  gemeinen  Wohls  zu  ordnen,  bleibt  der  Landesgesetzgebung  vorbehalten.

Die  Jagdgerechtigkeit  auf  fremdem  Grund  und  Boden  darf  in  Zukunft
nicht  wieder  als  Grundgerechtigkeir  bestellt  werden.

S#.38.
Die  Familien-Fideikommisse  sind  aufzuheben.  Die  Art  und  Bedingungen
der  Aufhebung  bestimmt  die  Gesetzgebung  der  einzelnen  Staaten.
Ueber  die  Familien-Fideikommisse  der  regierenden  fürstlichen  Häauser  bleiben
  die  Bestimmungen  den  Landeögesetzgebungen  vorbehalten.

g.  39.

Aller  Lehensverband  ist  aufzuheben.  Das  Naͤhere  uͤber  die  Art  und
Weise  der  Ausfuͤhrung  haben  die  Gesetzgebungen  der  Einzelstaaten  anzuordnen.