Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1864. (48)

52

hältniß  zum  Ganzen  bestimmter  (ideeller)  Theil  eines  solchen  gesammten
Grundbesitzes  veräußert,  vererbt,  subhastirt  oder  zum  Unterpfand  eingesetzt  wird.
Nur  ist  bei  Zwangsverkäufen  eines  derartigen  Grundbesitzes  in  dem  Subhastations-Patente
  auf  die  im  Gange  befindliche  Separation  und  auf  den  für  den
alten  Grundbesitz  vorläufig  bestimmten  neuen  Plan  oder  die  neuen  Pläne  hinzuweisen.


Soll  dagegen  nicht  der  gesammte  zur  Zusammenlegung  gezogene  Grundbesitz
einer  Person,  bezüglich  der  ideelle  Theil  eines  solchen,  sondern  nur  ein  realer
Theil  desselben  Objekt  der  Veräußerung  oder  Verpfändung  werden,  beabsichtigt
z.  B.  ein  Eigenthümer  von  einem  einzigen  Plane  einen  bestimmten  (nicht  ideellen)
Theil  oder  von  mehreren  Plänen  nur  einen  oder  einzelne  zu  verkaufen  oder  zu
verpfänden,  oder  will  eine  Mehrzahl  von  Erben  den  ererbten  Plan  oder  die  mehreren
  ererbten  Pläne  nicht  gemeinschaftlich  sich  zuschreiben  lassen,  sondern  nach  bestimmten
  nicht  ideellen  Antheilen  unter  sich  vertheilen  oder  verloosen,  oder  erstreckt
sich  der  Anspruch  des  die  Subhastation  ausbringenden  Gläubigers  nur  auf  ein  oder
einige  von  den  alten  Grundstücken  des  Schuldners,  so  hat  das  Gericht  noch  Folgendes
  wahrzunehmen:

1)  Bei  freiwilligen  Veräußerungen  und  bei  Vererbungen  ist  den
Betheiligten  Anleitung  zu  geben,  daß  sie  die  Aussonderung  eines  bezüglich  mehrerer
Planstücke,  welche  bestimmten  alten  katastrirten  Grundstücken  des  Veräußerers  oder
Erblassers  oder  —  im  Wege  der  Dismembration  vorschriftsmäßig  bestimmten  —  realen
Theilen  derselben  dem  Bonitäts-Werthe  nach  entsprechen,  aus  dem  vorläufig  ausgewiesenen
  Gesammtplane  bei  der  zuständigen  Spezial  -Kommission  beantragen  bezüglich
  auswirken  und  darüber,  daß  diese  Aussonderung  geschehen,  sowie  für  welche
alte  katastermäßig  bezeichnete  Grundstücke  bezüglich  dismembrirte  Grundstückstheile
der  oder  die  besonders  ausgewiesenen  Plantheile  das  Aequivalent  bilden,  ein  Zeugniß
  der  betreffenden  Spezial  =  Kommission  beibringen.

2)  Bei  Subhastationen  hat  das  Gericht  auf  eine  Vereinbarung  der
Interessenten  hinzuwirken,  daß  entweder  der  Grundstücks-Komplex  des  Schuldners
  mit  Zugrundelegung  der  alten  Grundstücksnummern  im  Ganzen  versteigert,
oder  daß  für  die  zum  Anschlag  gebrachten  alten  Grundstücke  eine  eben  solche  Ausweisung
  abgesonderter  Planstücke,  deren  unter  Ziffer  1  gedacht  ist,  ausgewirkt  werde.
Kommt  eine  Vereinbarung  der  letzteren  Art  zu  Stande,  so  hat  das  Gericht
neben  den  sonstigen  Verfügungen  nach  Maßgabe  des  §.  155  der  Ausführungsverordnung
  zum  Pfandgesetze  vom  12.  März  1841  die  Ausweisung  des  oder  der