Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1880. (64)

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E  12.
Verglichene  Telegrammc.

1  Der  Aufsgeber  eines  jeden  Telegramms  hat  die  Befugniß,  die  Vergleichung  desselben
zu  verlangen.  In  diesem  Falle  ist  das  Telegramm  von  den  verschiedenen  Anstalten,  welche
bei  seiner  Beförderung  mitwirken,  vollständig  zu  vergleichen.

u.  Die  Gebühr  für  die  Vergleichung  eines  Telegramms  ist  gleich  der  Hälfte  der  Gebühr
für  ein  gewöhnliches  Telegramm  von  gleicher  Länge.

8  13.
Empfangsanzeigen.

1  Der  Aufgeber  eines  jeden  Telegramms  kann  verlangen,  daß  ihm  die  Zeit,  zu  welcher
das  Telegramm  dem  Empfänger  zugestellt  worden  ist,  unmittelbar  nach  erfolgter  Bestellung
telegraphisch  angezeigt  werde.

u  Für  die  Empfangsanzeige  ist  dieselbe  Gebühr,  wie  für  ein  gewöhnliches  Telegramm
von  10  Worten  zu  entrichten.  «

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vorgesehene  Unbestellbarkeitsmeldung  sogleich  erlassen.  Die  telegraphische  Meldung  über  die
Empfangsanzeige  wird  später  abgesandt,  entweder  nach  erfolgter  Bestellung  des  Telegramms,
wenn  sie  möglich  geworden  ist,  oder  nach  211  Stunden,  wenn  sie  nicht  hat  stattfinden  können.

Der  Aufgeber  kann  verlangen,  daß  ihm  die  Empfangsanzeige  nach  einem  anderen
Orte,  als  nach  dem  Aufgabcorte  des  Ursprungstelegramms  übermittelt  werde,  insofern  er  die
dazu  erforderlichen  Augaben  in  das  Ursprungstelegramm  aufnimmt.

8  14.
Telegraphische  Postauweisungen.

1  Die  Telegraphenanstalten  an  solchen  Orten,  an  denen  eine  Postanstalt  besteht,  sind
ermächtigt,  in  Vertretung  der  Orts-Postanstalt  Beträge  auf  Postanweisungen,  welche  auf  telegraphischem
  Wege  überwiesen  werden  sollen,  von  den  Absendern  entgegenzunehmen.  Auf  Eisenbahn-Telegraphenstationen
  findet  diese  Bestimmung  keine  Anwendung.

uu  Avuch  sind  die  Telegraphenanstalten,  mit  Ausnahme  der  Eisenbahn-Telegraphenstationen
ermächtigt,  wenn  bei  ihnen  Postanweisungen  auf  telegraphischem  Wege  eingehen,  die  Auszahlung
an  den  Empfänger  in  Vertretung  der  Orts-Postanstalt  vor  geschehener  Bestellung  der  telegraphischen
  Postanweisung  an  die  Orts-Postanstalt  zu  bewirken:

a)  im  Falle  nach  Inhalt  des  Telegramms  der  Absender  den  Wunsch  ausgesprochen  hat,
daß  die  Auszahlung  durch  die  Telegraphenanstalt  geschehe,  was  durch  den  Zusatz
  auf  der  Postanweisung:  „amtslagernd“  auszudrücken  ist;

b)  im  Falle  der  Geldempfänger,  indem  er  die  telegraphische  Postanweisung  erwartet,
der  Telegraphenanstalt  den  Wunsch  ausgedrückt  hat,  die  Zahlung  gleich  nach  der
Ankunft  der  Anweisung  bei  der  Telegraphenanstalt  in  Empfang  zu  nehmen.

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