Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1884. (68)

137

XI.

Der  Concessionar  ist  verpflichtet,  sich  den  bezüglich  der  Leistungen  für  militairische  Zwecke

bereits  erlassenen  oder  künftig  für  die  Eisenbahnen  des  Deutschen  Reichs  ergehenden  gesetzlichen
und  reglementarischen  Vorschriften  zu  unterwerfen.

XII.
Der  Telegraphenverwaltung  gegenüber  hat  der  Concessionar  diejenigen  Verpflichtungen  zu
übernehmen,  welche  für  die  preußischen  Staatsbahnen  jeweilig  gelten.

XIII.

Andern  Unternehmern  bleibt  sowohl  der  Anschluß  an  die  Bahn  mittelst  Zweigbahnen,  als
die  Mitbenutzung  der  Bahn  ganz  oder  theilweise  gegen  zu  vereinbarende  eventuell  vom  Fürstl.
Ministerium  festzusetzende  Fracht-  oder  Bahngeldsätze  vorbehalten.

In  alle  Rechte  und  Pflichten  des  wegen  Anschlusses  in  Ilmenau  mit  der  Thüringischen
Eisenbahn-Gesellschaft  abgeschlossenen  Vertrages  vom  1./14.  März  1882  tritt  der  Concessionar
unter  Deliberirung  des  Fürstl.  Staatsfiskus  ein.

XIV.

Sollten  nach  dem  Ermessen  des  Fürstl.  Ministeriums  resp.  der  obersten  Reichsaufsichtsbehörde
  die  Voraussetzungen  wegfallen,  unter  denen  auf  die  Bahn  bei  ihrer  Concessionirung  die
Anwendung  der  Bahnordnung  für  deutsche  Eisenbahnen  untergeordneter  Bedeutung  für  statthaft
erklärt  ist  (efr.  Art.  X  i.  E.),  so  ist  der  Concessionar  verpflichtet,  auf  Erfordern  des  Fürstl.  Ministeriums
  die  baulichen  Einrichtungen  und  den  Betrieb  der  Bahn  nach  Maßgabe  der  für  Hauptbahnen
bestehenden  Bestimmungen  den  desfallsigen  Anordnungen  des  Fürstl.  Ministeriums  entsprechend
umzuändern.  Kommt  der  Concessionar  dieser  Verpflichtung  innerhalb  der  ihm  dieserhalb  gesetzten  Frist
nicht  nach,  so  hat  derselbe  auf  Verlangen  der  Staatsregierung  das  Eigenthum  der  Bahn  nebst
allem  Zubehör  gegen  Gewährung  der  in  Nr.  4  sub  a  6  und  c  des  §  42  des  preußischen  Eisenbahngesetzes
  vom  3.  November  1838  bezeichneten  Entschädigung  mindestens  aber  gegen  Zahlung  des
Anlagekapitals  (Art.  IV)  an  den  Staat  oder  einen  von  der  Staatsregierung  zu  bezeichnenden

Dritten  abzutreten.
XV.

Die  Fürstl.  Regierung  ist  berechtigt,  die  Ilmenau-Großbreitenbacher  Eisenbahn  nach  Ablauf
  von  30  Jahren  unter  den  Bedingungen  des  8§  42  des  Preußischen  Eisenbahngesetzes  vom
3.  November  1838  wieder  anzukaufen.

Hinsichtlich  der  Besteuerung  der  Ilmenau-Großbreitenbacher  Eisenbahn  sollen  die  für  die
Besteuerung  der  Eisenbahnen  im  Königreich  Preußen  jeweilig  geltenden  Bestimmungen  analoge
Anwendung  finden,  mit  der  Maßgabe,  daß  der  jetzige  Concessionar  Hermann  Bachstein  für  seine
Person  bis  zum  1.  Jannar  1894  von  jeder  staatlichen  oder  communiellen  Besteuerung  auf  das
Einkommen  aus  dem  gedachten  Unternehmen  —  somit  abgesehen  von  der  gesetzlichen  Grund=  und

Gebäudesteuer  —  befreit  bleibt.
XVI.

Den  Bestimmungen  des  von  der  Fürstl.  Regierung  mit  der  Großherzogl.  Regierung  abgeschlossenen
  Staatsvertrags  vom  29.  April  1881  unter  Artikel  1—7  bleibt  der  Concessionar

unterworfen.
1884  23