in der Lehre von den Einreden. 71
des Erwerbs der Forderung, mithin zum Klagegrunde.
Es kritt also das, was Burchardi ausnahmsweise
zugibt, in allen Fällen ein, da eine
besondere Cession neben und nach dem Kaufvertrage
nicht mehr vorkommen kann.
Der hier vertheidigten Meinung ist nun auch
rücksichtlich der Beweislast wieder beigetreten Roßhirt
l. c. S. 369 — 575, jedoch mit der Modifrkation,
daß er das Berufen auf das anastasische
Gesetz als eine erceptio im römischen Sinne betrachten,
und fortwährend so genannt wissen will;
wogegen zu bemerken ist, daß sich dieser Name
in den Ouellen nirgend findet, sondern erst in der
ältern deutschen Praxis entstand, welche alle Einwendungen
des Beklagten exceptiones nannte.
Was nun insbesondere Bayern betrifft, so hat
bekanntlich der Codes Maxim. P. 1I. cap. 3. S.8.
n. 15. die Beweislast dem Schuldner aufgelegt,
und deßhalb glaubt der Ungenannte in Zu-Rhein
I. c. S. 154, um dieser Autorität des Mutterlandes
willen müßten auch die Gerichte in denjenigen
Provinzen, in welchen das gemeine Recht
gilt, nach dieser Ansicht erkennen. Das Unjuristische
dieses Grundes leuchtet aber um so mehr
ein, wenn man erwägt, daß der Codex den gemeinrechtlichen
Stand der Lehre durchaus verändert
hat, und vom Schuldner den Beweis fordert,
daß der Cessionar mit sonderbarer Bemü-=hung
nach der Cession gestrebt, und die Schuld
nicht um billigen, d. i. nach den Anmerkungen: den
Umständen, der Güte und Realisirbarkeit der Forderung
entsprechenden Preis an sich gebracht bat.