Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1887. (71)

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Besteht  die  Gegenleistung  ganz  oder  zum  Theil  in  einem  Auszug,  so
sind  bei  Veranschlagung  desselben  Wohnung,  Beleuchtung  und  Heizung  nur
dann  mit  zu  rechnen,  wenn  eine  besondere  Wohnung  ausbedungen  worden  ist.
Bei  Auszugsveranschlagungen  soll,  sofern  die  Betheiligten  nicht  eine  vorschriftsmäßige
  Würderung  des  Hauptgegenstandes  beibringen,  nach  welcher  dann  die
Gebühr  auszuwerfen  ist,  zunächst  von  der  Behörde  ein  billiger  Bauschbetrag
vorgeschlagen  und  nur  dann  eine  Würderung  angeordnet  werden,  wenn  sich
die  Betheiligten  dabei  nicht  beruhigen.

2.  Bei  Schenkungen,  wozu  auch  die  Verträge  gehören,  bei  welchen  die
Gegenleistung  aus  freigebiger  Absicht  geringer  bestimmt  wird,  als  der  Werth
der  Leistung  beträgt,  ist  die  Gebühr  nach  dem  Schätzungswerthe  des  Gegenstandes
  der  Schenkung  anzusetzen.  Dies  gilt  namentlich  von  Schenkungen  mit
der  Auflage  einer  Alimentation,  bei  elterlichen  Abtretungen  unter  Vorbehalt
von  Alimenten  u.  s.  w.

3.  Bei  Tauschverträgen  kommt  nur  der  Werth  des  einen  und  bei  ungleichem
  Werthe  der  des  werthvolleren  Gegenstandes  in  Anschlag.

4.  Der  Werth  einer  Grunddienstbarkeit  wird  durch  den  Werth  bestimmt,
welchen  dieselbe  für  das  herrschende  Grundstück  hat.

5.  Als  Werth  einer  ablösbaren  Grundlast  ist  der  Ablösungswerth  derselben
  anzunehmen,  welcher,  soweit  nöthig,  durch  eine  kürzliche  Abschätzung  (8  28)
zu  ermitteln  ist.

6.  Bei  Abschätzung  von  Früchten  sind  die  zuletzt  bekannt  gemachten  durchschnittlichen
  Fruchtzinsablösungspreise  des  betreffenden  Landestheils  (6  57  des
Ablösungsgesetzes  vom  28.  April  1869)  zu  Grunde  zu  legen.

7.  Der  Werth  wiederkehrender  Nutzungen  oder  Leistungen  wird  nach  dem
Werthe  des  einjährigen  Bezugs  berechnet,  und  zwar:
auf  den  zwölfundeinhalbfachen  Betrag,  wenn  der  künftige  Wegfall  des  Bezugsrechts
  gewiß,  die  Zeit  des  Wegfalls  aber  ungewiß  ist,

auf  den  fünfundzwanzigfachen  Betrag  bei  unbeschränkter  oder  bestimmter
Dauer  des  Bezugsrechts;  bei  bestimmter  Dauer  ist  der  Gesammtbetrag
der  künftigen  Bezüge  maßgebend,  wenn  er  der  geringere  ist.