Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1900. (84)

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nachweislich  der  Verkauf  an  die  Militärbehörde,  an  Offiziere,  Sanitätsoffiziere
oder  Militärbeamte,  welche  sich  die  Pferde  für  ihre  Mobilmachung  selbst  be—
schaffen,  erfolgt  war.

Ebenso  können  den  zum  Dienst  einberufenen  Offizieren,  Sanitätsoffizieren
oder  oberen  Militärbeamten  des  inaktiven  und  Beurlaubtenstandes,  sowie  den
Delegirten  der  freiwilligen  Krankenpflege  beim  Feldheere  so  viele  ihrer  eigenen
Pferde  bei  der  Aushebung  belassen  werden,  als  ihnen  für  ihre  Mobilmachung
bestimmungsgemäß  zustehen.

Pferdebesitzer,  welche  ihre  gestellungspflichtigen  Pferde  nicht  ungesäumt  und
vollständig  vorführen,  haben  außer  der  gesetzlichen  Strafe  zu  gewärtigen,  daß
auf  ihre  Kosten  eine  zwangsweise  Herbeischaffung  der  nicht  gestellten  Pferde
vorgenommen  wird.

b)  Von  Bekanntgabe  des  Mobilmachungsbefehls  bis  nach  Beendigung  der
Pferdeaushebung  ist  jede  Ausführung  von  Pferden  in  andere  Kreise  oder  Ort—
schaften  verboten.  Zuwiderhandlungen  werden  für  jeden  einzelnen  Fall  mit
der  in  §27  des  Kriegsleistungsgesetzes  vom  13.  Juni  1873  vorgesehenen  Strafe
geahndet.  Eine  Ausnahme  von  dem  Verbote  findet  nur  statt,  wenn  nachweislich
  der  Verkauf  an  Militärbehörden  des  Aushebungsbezirkes  oder  an
solche  Offiziere,  Sanitätsoffiziere  oder  Militärbeamte,  welche  sich  die  Pferde
für  ihre  Mobilmachung  selbst  beschaffen,  geschehen  ist.

Diese  Bestimmung  ist  von  den  Bezirksdirektoren  bei  Eintritt  der  Mobilmachung
  sofort  allgemein  bekannt  zu  geben.

8  12.

Auf  Grund  der  letzten  Pferde-Vormusterung  vertheilt  das  Generalkommando
im  Einvernehmen  mit  dem  Großherzoglichen  Staats-Ministerium,  Departement
des  Innern,  schon  im  Frieden  den  Gesammtbedarf  an  Mobilmachungspferden
auf  die  einzelnen  Verwaltungsbezirke.

Hierbei  sind  neben  dem  Bestand  der  Verwaltungsbezirke  an  kriegsbrauch—
baren  Pferden  auch  besonders  die  Mobilmachungsverhältnisse  der  zu  ergänzen—
den  Truppentheile  zu  berücksichtigen.  Da  es  von  großer  Bedeutung  für  die
Schlagfertigkeit  des  Heeres  ist,  daß  der  Bedarf  an  Reitpferden  I  und  Zugpferden
  I  voll  und  in  gutem  Material  gedeckt  wird,  so  ist  für  diese  Klassen
von  einer  rein  prozentualen  Vertheilung  abzusehen.