Volltext : Die Gründung des Deutschen Ordenstaates in Preußen.

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Papst  für  solche  Fälle  in  seine  Hand  gelegt.  Allein  als  er  von  dem
Herzog  die  schreckliche  Lage  Masoviens  vernahm  und  wie  zweifelhaft
bei  der  allzu  geringen  Schenkung  die  Ankunft  deutscher  Ordensritter
geworden,  sah  er  wohl  ein,  daß  es  an  der  Zeit  sei,  für  Masovien
und  Preußen,  welche,  von  einem  und  demselben  Feinde  bedroht,  der
nämlichen  Hülfe  bedürftig  seien,  diese  mit  vereinten  Kräften  zu
schaffen.  Er  theilte  ihnen  den  Plan  zu  dem  neuen  Ritterorden  mit,
wies  auf  die  Nothwendigkeit  hin,  das  Heidenthum,  die  Wurzel  all  der
für  die  christlichen  Nachbarländer  so  verderblichen  Barbarei,  aus.
zurotten,  und  zeigte,  daß  die  Eroberung  Preußens  die
Aufgabe  des  zu  stistenden  Ordens  sein  müsse.  Dann  erklärte  er  sich
bereit,  denselben  in  das  nämliche  Verhältniß  zu  sich  zu  stellen,  in
welchem  der  Schwertbrüderorden  zu  dem  Bischof  von  Livland  stünde,
und  ihm  einen  Theil  des  Eroberten  zu  überlassen,  °)  verlangte  aber
dagegen,  daß  sich  der  Herzog  gleichfalls  nach  Maaßgabe  seines  IngLanos

  in  Pruscie  partibus  constitutos““  (pvgl.  die  päpstl.  Confirmationsbulle
Cod.  dipl.  Pruss.  1,  20.)  dienen.

108)  Schon  die  mit  dem  Namen  des  neuen  Ordens  verbundene  Bezeichnung
more  Livonsens#  weist  auf  diese  Aehnlichkeit  mit  dem  von  Bischof  Albert  gestifteten
  Orden  hin.  Allein  wir  wissen  auch,  daß  Christian  seinem  Orden  possessiones
  et  bona  urkundlich  zugesichert  hatte.  (Vgl.  die  päpstl.  Confirmation  der  von
Christian  und  dem  Herzog  den  Dobrinern  ausgestellten  Schenkungs  urkunde  vom
27.  August  1228.  Acta  Bor.  1,  414.).  Wir  finden  aber  keine  possessiones  et
bona,  welche  den  Dobrinern  angehört  hätten,  im  Kulmerlande  oder  in  Löbau
  erwähn,,  sind  also  berechtigt,  anzunehmen,  daß  damit  jener  Antheil  am
Eroberten  gemeint  sei,  den  Christian  more  Livoniensi  zu  überlassen  versprochen.
  —  In  der  Darstellung  dieser  Ordensstiftung  bei  Voigt,  I.  458  ff.  II,  187  ff.
ist  die  Stellung  Christians  gänzlich  verkannt.  Zwar  wird  ihm  der  erste  Gedanke  zur
Stiftung,  die  Absassung  der  Regel,  die  erste  Organisation  und  der  Akt  der  Einkleidung
zugestanden.  Allein  daß  er,  was  die  Urkunde  Acta  B.  I,  414.  beweist,  ihm  auch
eine  Schenkung  gemacht  wie  Komad,  und  zwar  an  erster  Stelle,  —  wund
übersehen.  Hierdurch  geschieht  es,  daß  Konrad  als  der  einzige  Schenker,
und  als  eigentlicher  Stifter  erscheint.  Aus  diesem  Irrthum  floß  nun  auch  die
durch  alle  Urkunden  widerlegte  Angabe,  es  habe  Konrad  dem  Orden  die  Hälfte
des  eroberten  (Preußischen!)  Landes  versprochen.  Die  ganze,  aus  den  Urkunden