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März.
wegen Abtretung von Savoyen und Nizza angeknüpften
Unterhandlungen offiziell mit:
„Nicht im Namen der Nationalitätsideen, nicht als natürliche
Gränzen verfolgen wir den Anschluß Savoyens und Nizzas an unser
Gebiet, sondern allein als Garantie und unter solchen Verhältnissen,
unter denen der Geist nicht begreift, daß sie irgendwo abermals eintreten
könnten. Mit einem Wort: jeder Absicht einer Vergrößerung
fremd und noch mehr jedem Eroberungsgedanken ist unser einziger Zweck:
im Namen der Prinzipien des öffentlichen Rechts zu erlangen, daß die
Verträge nicht für uns drückender gemacht würden an
einem Punkte, wo sie in einer Stimmung combinirt
worden sind, die hoffentlich mit Hülfe der Zeit verwischt
ist und daß als Sicherheit gegen die Gefahren, welche die Ausdehnung
Piemonts in der Zukunft für uns mit sich bringen kann, unsere
Gränze mittelst einer Verständigung mit dem König von Sardinien
den Bedürfnissen der gemeinsamen Vertheidigung entsprechend festgesetzt
werde“.
14. u. 15. März. Die Schweiz protestirt in Paris und Turin förmlich gegen
die in Savoyen angekündigte Abstimmungsweise und verlangt,
daß man sich vorher mit ihr verständige. Trage man diesem Begehren
keine Rechnung, so wäre sie genöthigt, sich an die Garanten der
europäischen Verträge zu wenden.
19. Die Schweiz wendet sich an die Mächte, welche die Wiener
Schlußacte unterzeichnet haben, und spricht ihr „festes Vertrauen aus, daß,
wenn eine Aenderung des jetzigen Zustandes in Savoyen stattfinden
sollte, der Schweiz durch Zutheilung der neutralisirten Provinzen die
Möglichkeit gegeben werde, ihre Neutralität und Unabhängigkeit mit
Aussicht auf Erfolg zu vertheidigen“.
21. Der Kaiser Napoleon empfängt in feierlicher Audienz eine
Deputation aus Savoyen und nimmt bei dieser Gelegenheit die der
Schweiz früher gemachten Zusicherungen förmlich zurück:
„Die Freundschaft für die Schweiz hätte mich beinahe bewogen, dieser
eine Gebietsabtretung zu versprechen, von der ich angenommen hatte,
daß sie den Wünschen Savoyens nicht entgegen sei. Allein sobald der
Widerwille der Bevölkerung gegen die Zerstückelung mir bekannt geworden,
habe ich auf diese Abtretung verzichtet, indem ich nichts desto
weniger die Interessen der Schweiz wahren werde“.
22. Der Kaiser Napoleon erklärt auch dem Schweizer Gesandten
„daß, ohne die Annexion Savoyens an Frankreich aufs
Spiel zu setzen, die früher gegebene Zusicherung der Abtretung von
Chablais und Faucigny nicht in Ausführung gebracht werden könne,
wie dies theils aus den Protestatlonen der Provinzialräthe, theils aus
Aeußerungen einiger Abgeordneten aus Faucigny und theils aus den
Berichten von Turin zu entnehmen sei. Inzwischen werde Frankreich,
da jedenfalls eine neue Regulirung der Verhältnisse und Beziehungen
Nordsavoyens nothwendig folgen müsse, hiebei den Interessen der
Schweiz möglichst Rechnung tragen. Die Neutralisirung der betreffenden
Gebietstheile werde auch nach der Annexion fortdauern und in
handelspolitischer Rücksicht könnte etwa eine sogenannte freie Zone
zu Gunsten Nordsavoyens geschaffen werden.
22. Die englische Regierung erklärt der französischen, daß sie „mit
ernstem Bedauern sich genöthigt sehe zu erklären, daß sie die Gewalt
der Gründe, wegen welcher Frankreich auf die Abtretung von Savoyen
und Nizza Ansprüche mache, nicht zulassen könne und daß sie nicht im
Stande sei, die Gerechtigkeit der Grundsätze, vermöge welcher Frank=