Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1871. (48)

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petenten  Ersatzbehoͤrden  bis  zum  3.  Konkurrenzjahre  der  mit  ihnen  in  gleichem  Lebendalter  ftehenden
Militairpflichtigen  zuruͤckgestellt  werden  *).

Ist  dieser  Termin  bereits  eingetreten,  bez.  verstrichen,  so  muß  sogleich  uͤber  sie,  wie  folgt,  definitiv
enischieden  werden.

2.  Soldaten,  welche  auf  Reklamation  oder  wegen  Dienstunbrauchbarkeit  entlassen  werden,  nachdem  sie
mit  der  Waffe  ausgebildet  sind  oder  nachdem  sie  bereits  ein  Jahr,  einjährig  Freiwillige
9  Monate,  bei  der  Fahne  gedient  haben,  dürfen  nicht  wieder  von  Neuem  für  das  stehende  Heer
ausgehoben  werden  *).  (Entlassene  der  Unteroffizier-Schulen  ck.  S.  140).

Dieselben  find:

a)  insofern  sie  körperlich  militairdienstbrauchbar  bez.  nur  vorübergehend  dienstunbrauchbar
  befunden  werden,  oder  sofern  sie  auf  Reklamation  entlassen  sind,  der  Reserve
ihrer  Waffe  zu  überweisen??),  wobei  indeß  diejenigen,  welche  beim  Garde-Korps  gestanden  haben,
zur  Provinzial-Reserve  ihrer  Waffe,  die  Jäger,  sowie  die  Garde-Schützen  zur  Reserve  der  Infanterie
  übertreten;

b)  sofern  sie  nur  garnisondienstfähig  sind  (88.35.  und  36  der  Instruction  für  Milltair-Aerzte),
der  Provinzial-Landwehr  zuzutheilen  4);

qace)  sosern  sie  dauernd  unbrauchbar  zum  Dienst  mit  der  Waffe  befunden  werden,  definitiv
auszumustern.

3.  Soldaten,  welche  vor  einjähriger  Dienstzeit,  einjährig  Freiwillige  vor  9  monatlicher  Dienstzeit  auf
Reklamation  oder  wegen  Dienstunbrauchbarkeit  als  unausgebildet  mit  der  Waffe  von  einem
Truppentheile  entlassen  worden,  sind:##)

a)  wenn  die  Gründe,  welche  ihre  Entlassung  herbeigeführt  haben,  beseitigt  sind,  wieder  auszuheben;

b)  wenn  die  Gründe,  welche  ihre  Entlassung  herbeigeführt  haben,  noch  bestehen,  ebenso  wie  die  mit
ihnen  in  gleichem  Lebensalter  stehenden  Militairpflichtigen  zu  behandeln;

c  wenn  sie  dagegen  das  24.  Lebensjahr  überschritten  haben  —  und  nicht  etwa  vor  ihrer  Einstellung
oder  nach  ihrer  Entlassung  eine  Dienst=  oder  Kontrol-Entziehung  stangefunden  hat  —  bei  vorhandener
  Dienstbrauchbarkeit  als  Disponible  der  Ersatz-Reserve  zu  überweisen.

4.  Soldaten,  welche  wegen  vor  ihrer  Einstellung  begangener  Vergehen  oder  Verbrechen
  von  den  Truppen  entlassen  werden,  sind  nach  den  Vorschriften  der  §§#.  38.  und  39.  zu
behandeln.  Ist  jenen  Vorschristen  gemäß  ihre  Wiedereinstellung  überhaupt  zulässig,  so  hat  letztere,

6)  In  dleser  Zeit  verbleiben  sie  Mannschaften  des  Beurlaubtenstandes,  und  werden,  wenn  sie  sich  ihren  ferneren
Dienppflichten  entziehen,  demgemäß  behandelt.

#)Ausnahmen  hiervon  sinden  in  den  im  8.  43.  ad  4.  angegebenen  Fällen  statt.

#)  Dieselben  sind  auch  selbst  dann  der  Reserve  zu  überwelsen,  wenn  die  Gründe,  velhe  ihre  Reklamirung
häuslicher  Verhältnisse  halber  herbeigeführt  haben,  fortbesteben.

Df.  Beilage  3.,  §.  5.  der  Verordnung,  betreffend  die  Organisatlon  der  Landwehr-Behörden  2c.  vom  5.  September  1867

1)  cf.  ".  38.  der  vorstehend  erwähnten  Verordnung.

4#1)  Analog  ist  vorkommenden  Falles  auch  mit  denjenigen  Mannschaften  zu  verfahren,  welche  als  unauggebildet
und  überzählig  im  Falle  einer  Mobilmachung  von  den  Truppen  zur  Disposition  der  Ersatzbehörden  entlassen  werden
müssen.  Die  Dienstzeit  verselben  wird  nach  der  Bestimmung  des  Passus  7.  berechnet.