Siebentes Kapitel.
Die kaiserliche Nebeninstruktion und die Beschlüsse des
Reichstags in der Glaubenssache.
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Es war Erzherzog Ferdinand, der mit rauher Hand in den
Gang der Verhandlungen eingriff. Hatte Ferdinand sich vormals
dem Kaiser gegenüber das Ansehen gegeben, dafs er den Reichstag
werde lenken und unliebsame Beschlüsse hintertreiben können,
so vermochten wir auch im Anfang der Verhandlungen seinen Einflufs
auf dieselben zu erkennen oder zu ahnen. Schon seine Eigenschaft
als Bruder, seine Stellung als nächster Vertreter des Kaisers
wie als Statthalter im Reiche mulste seinem Auftreten Nachdruck
verleihen. Im besonderen hatte dann Ferdinand in der ersten Kurie
den Erzbischof Richard von Trier für sich gewonnen und im Reichsfürstenrat
vermochte er durch den Mund seines Vertreters allezeit
seine Willensmeinung zum Ausdruck zu bringen. Allein im weiteren
Verlauf der Handlung macht sich der Einflufs des Erzherzogs immer
weniger bemerkbar. Wir sehen den Kurfürsten . von Trier trotz
seiner Übereinkunft mit dem Hause Österreich doch ebenso wenig
wie. die übrigen Kurfürsten dessen Interesse zu dem seinen machen,
und auch in der zweiten Kurie tritt mit dem Siege der Keformfreunde
Ferdinands Einflufs zurück; selbst die Partei des Klerus
wollte, wie wir sahen, Österreich nicht im Ausschufs haben; auch
sie erkannte, dafs Ferdinand, so sehr er anfangs in der Glaubenssache
als ihr Hort erschien, doch von anderen Gesichtspunkten
ausgehe wie sie; eine völlige Interessengemeinschaft bildete sich
zwischen dem Erzherzog und den Geistlichen nicht. Noch weniger
Erfolg hatte augenscheinlich der Versuch des ersteren, die Städte
für sich zu gewinnen, deren dem seinen diametral entgegengesetzter
Standpunkt in der Glaubensfrage keinerlei Annäherung zuliefs. So
Historische Untersuchungen. b. 2 4