Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1873. (7)

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bestreiten  sind.  Dieser  Erlös  ist  in  den  nächsten  Reichshaushalts-Etat  aufzunehmen,
  und,  sofern  nicht  durch  den  Etat  oder  durch  besondere  Gesetze  anderweitig
  verfügt  wird,  nach  dem  durch  Artikel  VI.  des  Gesetzes,  betreffend  die
französische  Kriegsentschädigung,  vom  8.  Juli  1872  (Reichs-Gesetzbl.  S.  289),
festgestellten  Maßstabe  zwischen  dem  vormaligen  Norddeutschen  Bund,  Bayern,
Württemberg,  Baden  und  Südhessen  zu  vertheilen.

Im  Uebrigen  kommen  auch  auf  die  in  Spandau  und  Stettin  entbehrlich
werdenden  Grundstücke  die  Bestimmungen  der  §§.  7  und  8  des  Gesetzes  über
die  Rechtsverhältnisse  der  zum  dienstlichen  Gebrauche  einer  Reichsverwaltung  besümmten
  Gegenstände,  vom  25.  Mai  1873  (Reichs-Gesetzbl.  S.  113),  zur  Anwendung.


Artikel  VI.

Für  die  eingehenden  Festungen  Stettin,  Minden,  Erfurt,  Wittenberg,
Kosel,  Graudenz,  Kolberg  und  Stralsund  —  für  letztere  beiden  ausschließlich  der
Werke  an  der  Küste  und  auf  Rügen  —  hören  die  Rayonbeschränkungen  am
1.  Oktober  1873  auf,  soweit  nicht  bereits  früher  durch  die  Militärverwaltung
eine  Aufhebung  derselben  erfolgt.

Artikel  VII.

Alle  Einnahmen  und  Ausgaben,  welche  durch  die  Umgestaltung  oder
Schleifung  deutscher  Reichsfestungen  entstehen,  müssen  für  jedes  Jahr  veranschlagt
  und  auf  den  Reichshaushalts--  Etat  gebracht  werden  (Artikel  69  der  Verfassung).
  Eine  Nachweisung  der  Ueberschreitung  solcher  Etats  und  der  außeretatsmäßigen
  Einnahmen  und  Ausgaben  ist  jedesmal  spätestens  in  dem  auf  das
Etatsjahr  folgenden  zweiten  Jahre  dem  Bundesrathe  und  dem  Reichstage  zur
nachträglichen  Genehmigung  vorzulegen.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  30.  Mai  1873.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.

 

Herausgegeben  im  Reichskanzler-Amte.
Berlin,  gedruckt  in  der  Königlichen  Geheimen  Ober-Hofbuchdruckerei
(R.  v.  Decker).