Natuͤrlich, wenn man die taͤglichen Luͤgenberichte der eng—
lischen Zeitungen glaubte, ist etwas Wahres an dieser Be—
merkung. Aber, daß sie gehässig gemeldet und gedruckt und
kritiklos geglaubt wurden, darin liegt eben das Beschämende
für die Engländer von heute, und es soll und wird ihnen
nicht vergessen werden.
Die Amerikanische Botschaft in London, welche uns jetzt
während des Krieges vertritt, hatte dem Deutschen Reichskanzler
berichtet, die Lage der Deutschen im Konzentrations.
lager „sei befriedigend“; der Vertreter des Botschafters, der
Konsul Mr. Swaine, hatte außerdem schon ein englisches
Konzentrationslager untersucht und brachte zwei Deursche
auf, welche im Namen von einigen 200 Deutschen seine
Auffassung bestätigen mußten. Zur Kennzeichnung dieses
Urteils drucke ich noch den folgenden Brief ab, welchen ich
ebenfalls der „Täglichen Rundschau“ entnehme. Verant--wortlich
für den Abdruck ist die „Frankfurter Zeitung“,
welcher der Brief vorgelegen hat. Der Inhalt des Briefes
ist folgender:
„Wenn Ihr diesen Brief erhaltet, bin ich vielleicht schon
tot, denn als Schwerkranker schreibe ich Euch. 90 Mann
von uns sind durch die Franzosen gefangengenommen, die
uns sehr anständig behandelten, und die Verwundeten sehr
zart verbunden und uns überhaupt als Menschen angesehen
haben. Durch die aller Menschlichkeit hohnsprechende Härte
der Engländer wurden aber viele von uns so krank, daß
schon viele gestorben sind. Die Engländer, denen wir dann
überliefert wurden, haben uns auf die gemeinste Weise behandelt.
Dicht zusammengepfercht standen wir im Eisenbahnwaggon.
Ein Kamerad, der Englisch sprach und gegen
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