Volltext : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

Kalenderei

z.  B.:  Adres-(s.  d.);  Garten-;  Geschäfts-;
Haus-;  Heiligen=  (s.  Hagiologium),  z.  B.  peiermann
  Or.  1,  372  1c.;  Jagd-;  Komtoir-;  Notiz-
  od.  Schreib-K.,  mit  Platz  für  beizuschreibende
Notizen;  Sack=  od.  Taschen-K.,  in  Taschenformat,
  vgl.:  Portemonnaie  -K.  Lfewald  Genf  122  2rc.;
Schiffs-:  Spiel-;  Staats-K.,  worin  die  zum
Staat  in  offickeller  Beziebung  stehenden  Personen
verzeichnet  find:  Den.  Hof-  u.  Staats-K.  zu  Ratbe
zieben.  G.  21,  61:  Termins-K.,  Schreib-K.  für
Arvokaten  2c.;  Volks-K.,  mit  volksthümlichem,
fürs  Volk  berechnetem  Inbalt;  Wanr-K.,  an  die
Wand  zu  hängender  Datumsweiser  2c.  —  c)  (I.  b)
Wenn's  gut  Aderlassen  ist,  gut  Purgieren,  gut  Schrörfen,
Das  stebt  im  K.  G.  10,  174  2c.;  Wenn  ihn  die  Welt
aus  dem  (Staats-]  K.  kennt.  Uicolai  1,  136  2c.
Sprchw.:  An  einem  Glied  einen  K.  baben,  einen
Weiterprorheten,  die  Wetterrerändrungen  durch
dasselbe  voremrfinden,  in  Bezug  auf  die  Wetterrrohezeiungen
  nam.  des  s.  g.  hundertjährigen
K—s  2c.:  (Seine)  K.  machen,  in  tiefen  Gedanken
sein,  grübeln  (s.  Kei),  s.  Ss.  ic.;  Das  sind  alte
(vorigsäbrige)  K.,  v.  Vergltetem,  Werthlosem,  vgl.:
Das  so  ein  alter  K.,  wie  ich  bin,  in  einem  modernen
Hause  überflüssiger  Hausratb  wird.  #fland  5,  1,  19  2e.
Vralt.:  Einem  den  K.  lesen  (s.  Eristel)  2c.  —  d)
Als  Bstw.  z.  B.:  K.-Berechnung;  Heiliger;
.-Zahr;  „Macher,  Macherei  (Simplicisfimus  3,
13517);-Mrnat;=  Stemvel:  =  S#treit,  nam.
über  den  K.  alten  u.  neuen  Stils;  Um  der  Unbeguemlichk.,
  die  Beobachtungen  einer  Nacht  auf  2  verschied.
  K.-Tage  vertheilen  zu  müssen,  zu  entgeben,  zählt
man  den  astronem.  Tag  v.  Mittag  an.  Kädler  Wund.
596;  K.-Weisbeit;  Einen  k.-widrig  warmen
Tag.  Zukunst  1,  6;  Upitsval  36,  368  2c.;  K.-Zei-=chen,
  die  im  K.  üblichen  2c.  —  2)  (rers.)  eine  Art
orientalischer  Mönche,  ĩ.  W.  1,  219;  9,  28  f.;  Ihm
hatt'  es  ein  K.)  zu  Basra  einst  erzäblt.  20,  150  rc.
Daneben  die  Betonung:  Ein  echter  Kalenrer,  ein  reisender
  Fakir.  Hammer  Memn.  216;  Der  wabre  Kalender]
  ist  Ter,  er  sich  binaussetzt  uber  alle  Welt.
Baumer  2,  138;  MzZ.:  Kalendere.  215  2c.;  s.  Kalle)=ander
  2c.,  vgl.:  Die  wandernden  Bettelrerwische  Kalen
  ter  ..  Kalenter  ist  eine  Verdrehung  des  altpers.  Ka--lanter
  =  der  Größere.  In  Osipersien  wird  es  noch
heute  als  Titel  den  Dorfrichtern  gegeben.  Ausld.  38,
1034b  (s.  Diran  4).  Fortbild.:  Weil  man  ihm  seine
K-cheit  schon  v.  fern  ansehen  konnte.  w.  9,  29  lsein
K.-Sein]  =  Kschaft.  51;  190,  was  aber  auch
eine  Genossenschaft  v.  K-n  bez.  2c.;  Aus  einer  Art
v.  k-i  scher  Koketterie.  31  2c.  ertĩ,  f;  —en:  tas
Kalendern,  das  Kalendermachen,  z.  B.  auch  das
Herausgrübeln  des  Künftigen,  zunächst  von  der
Wittrung,  worüber  die  Kalender  Prexhezeiungen
zu  enthalten  pflegten  u.  pflegen:  K.,  Cbrmisterei.
G.  12,  17.  Terheit,  -erisch:  s.  Kalender  2.  ern,
intr.  (haben):  1)  den  Kalender  zu  Rath  ziehn,  um
sich  über  die  Zeit  2c.  zu  erientieren.  —  2)  Kalender
  (s.  d.  1c)  machen,  vgl.  Kalenrerei.  —  3)  s.
kalanrieren.  „erogräph,  m.,  —en,  —;  —en:  Kalandariegrarh
  (s.  d.):  In  seiner  [Littrow's]  Kie.
Sandres,  Fremrwörterbuch.

TCalfatern  503
Hammer  10,  618  2c  Terschaft,  f.:  s.  Kalender  2.
—  Calendula  (nlat.),  f.  [8  24,  1):  Ringelblume.
  —  Calentüra  (sran.),  f.;  —#:  Fieber:
C.  amarilla  (—ja),  gelbes  Fieber.  —  Kalesche
(llaw.),  f.;  —n:  leichter,  krärdriger  Wagen  mit
halbem  od.  ohne  Verreck,  gw.  auf  Springfedern
ruhnd;  scherzh.:  Medea  ..  auf  trachenbesrannter  K.
blaten  4,  27  1c.;  Zagd-(SGartenl.  16,  269b);  Post-K.
  2c.;  auch  (vralt.):  Mir  einem  schönen  Calesch.
Kimpliciffimus  3,  12212  re.;  Wir  fubren  auf  2  Calessen.
  G.  23,  236;  237  rc.,  vgl.:  Die  Calessãren
  .„die  bei  den  einfrännigen  Ken  auf  großen
Plätzen  stehen  .  u.  einem  Jeden,  der  sie  verlangt,  zu
Diensten  sind.  21,  12  (vgl.  Fiaker  2c.);  Aus  dem  beben
.  Kalessel“,  dessen  sich  der  reutsche  Bauer  in  Schlesien
zu  Vergnügungsfahrten  bedient.  Waldau  N.  3,  212  2c.;
Sekte  ich  mich  in  eine  Calesine,  die  sonderbare  NatienaleguipaJe
  Malta's.  pücher  Südößl.  1,  404;
319  ½#.;  Die  Calsza  (sran.).  Gtubt  Ch.  1.  291,
richtizer:  Calesa;  Kaleska  (türk.),  die  Hälfte
einer  Staatekutsche  (Hintew).  Hammer  10,  352  24c.
Dazu  (fran.):  Der  Calesero,  Kutscher.  Glabus  76
230b.  —  Calette,  f.;  —n:  (Steinschn.)  beim
Brillantschninm  2c.,  die  der  Tafel  gegenüber  liegende
Fläche.  Karmarsch  3,  101;  Prechtl  4,  521;  523  2c.
—  Käle-wa  (sinnisch),  m.,  —s;  0:  „Vater  der
Helden“,  Name  Wainzmönen's,  Erfinders  der
Kanteln  2c.  KRosenkranz  Pres  Gsch.  296.  wäla,  n.,
—s;  0:  „Heldenlaud“,  auch  Name  des  finn.  Volksepos.
  259.  —  Rälewi  (türk.),  m.,  —  —s:
Staats-Turban  der  Wesire  2c.,  auch:  Kallawi.
Hammer  10.352.—  Caleza  (span.),  .;  :  s.  Kalesche.
—  Kalfabaschia  (türk.),  m.p,  —#;  —s:  Protomastor
od.  K.,  d.  i.  Oberingenieur  der  bulgarischen  Festungen.
CKRobtei  2,  217.  —  Kälf:  s.  Kamin.  —  Kalfakt-er,
m.,  —:  uv.:  (i.  Calefactor)  Einheizer,  z.  B.:
Stuben-K.  Fackländer  NEsch.  3,  147  2c.,  scherzh.  v.
dem  warm  machenden  Prügel:  Das  des  Meister  K.,
der  binter  dem  Ofen  bängt,  heut  noch  auf  deinem  Rücken
einen  lunigen  Galorr  tanzen  wird.  Ptutz  Holb.  261  r2c.;
Aufwirter,  nam.:  Einer,  der  vielen  Herren  dient,
u.  so  übrtr.  (s.  Schmeltr,  Stalder  rc.):  Herrendiener,
Fuchsschwänzer,  Spion:  Verleumder,  der  Andre
anschwärzt,  um  sich  einzuschmeicheln  2c.  Gutzkon  3.
1,  165:  Pehlozzi  1,  12:  Diccher  Aüb.  2,  113  cc.,
auch:  Der  Hunr  ist  ein  K.,  er  bat  zu  viel  Herren  gebabt
  u.  ist  nun  ganz  wirr  im  Korf.  Auerbach  Ab.  20  8  2c.
ern,  intr.  (haben):  ein  Kalfakter  (eig.  u.  übrtr.)
sein:  Dafür,  das  er  mit  dem  Preuß  kale  fakt  ort  hat.
Etenzb.  26,  2,  393  [Liebedienerei  getrieben)  2c.  —
Calfät-age  (frz.  —äfh'),  f.;  —n:  Kalfatrung.
en,  tr.:  kalfatern.  Dazu  (s.  Bobris):  Kalfat-Bankz
Butte;  Eisen=  -Hammer  2c.  Tern,  tr.:  (Schiff.)
die  Nähte  od.  Fugen  zw.  den  Planken  mit  Werg
verstorfen  u.  dann  mit  kochendem  Pech  überziehn;
auch  verallgemeint:  Fenster  u.  Thüren  k.  [dicht  machen,
  dichten).  S.  Stein  1,  11  1c.;  bildl.:  Das  nur
notbrürftig  kalfaterte  u.  betakelte  rreuß.  Staatsschiff.
Scherr  Bl.  2,  352  2c.;  selten:  Sein  Kleit  k.  lausbessern,
  slicken).  Zeluer  3,  351  2c.  Zsstzg:  Ausk.
Kohl  Engl.  1,  144;  Pet.  2,  291;  W.  32,  58  2c.;
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