Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1874. (8)

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Ob  und  in  welcher  Weise  diejenigen  zu  entschädigen  sind,  welchen  nach
den  bisherigen  Bestimmungen  die  in  den  vorstehenden  Absätzen  der  Staatskasse
und  dem  Berger  überwiesenen  Ansprüche  zugestanden  haben,  bestimmen  die
Landesgesetze.

V.  Abschnitt.
Von  der  Festsetzung  der  Bergungs=  und  Hülfskosten.

§.  36.

Wer  Berge=  oder  Hülfslohn  oder  die  Erstattung  sonstiger  Bergungs-  oder
Hülfskosten  verlangt,  hat  in  Ermangelung  einer  gütlichen  Einigung  seine  Ansprüche
  bei  dem  Strandamt  anzumelden.

§.  37.

Das  Strandamt  hat  nach  Anhörung  der  Betheiligten,  soweit  dieselben  anwesend
  sind,  eine  Berechnung  der  aufgestellten  Forderungen  zu  entwerfen  und
mit  seinen  gutachtlichen  Bemerkungen  der  Aufsichtsbehörde  einzureichen.

§.  38.

Die  Aufsichtsbehörde  hat  die  angemeldeten  Ansprüche  nach  den  Bestimmungen
  des  Allgemeinen  Deutschen  Handelsgesetzbuchs,  Buch  V.  Titel  9,  zu
prüfen  und  durch  Bescheid  festzusetzen.  Jedem  Betheiligten  ist  der  Bescheid  zu
Protokoll  bekannt  zu  machen,  oder  eine  Ausfertigung  desselben  zuzustellen.

Die  Zustellung  ist  gültig,  wenn  sie  unter  Botbochtung  der  für  Zustellungen
  in  bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten  vorgeschriebenen  Formen  erfolgt.  Die
veredeten  Verwaltungsbeamten  haben  dabei  die  Glaubwürdigkeit  der  Gerichts
beamten.

§.  39.

Gegen  den  Bescheid  der  Aufsichtsbehörde  findet  nur  der  Rechtsweg  statt.

Die  Partei,  welche  sich  durch  den  Bescheid  beschwert  fühlt,  hat  binnen  einer
Ausschlußfrist  von  14  Tagen  —  vom  Tage  nach  der  Bekanntmachung  oder  Behändigung
  des  Bescheides  (§.  38)  an  gerechnet  —  die  Klage  bei  dem  für  den.
Ort  des  Strandamts  zuständigen  Gerichte  anzubringen.  Das  Gericht  kann  aus
Gründen,  die  in  der  Sache  selbst  liegen,  diese  Frist  angemessen  verlängern.

Durch  rechtzeitige  Erhebung  der  Klage  verliert  der  Bescheid  zwischen  den
Prozeßparteien  seine  Kraft.

§.  40.

Den  Landesregierungen  steht  es  zu,  die  in  §.  38  der  Aufsichtsbehörde
zugewiesenen  Obliegenheiten  dem  Strandamt  zu  übertragen.
Reichs-Gesetzbl.  1874.                                                           20