12. Unteorstützungswohnzitz 1870. 59
verbandes ob und ist bei derselben unter Beifügung der bezüglichen
Urkunden zu beantragen.
S 54. Wird die bereits vollstreckte Entscheidung der ersten
landesgeSetzlichen Instanz durch endgültige Entscheidungen höherer
Landesinstanzen oder in GemäsgSheit der 88 38 bis 51 dieses Ge-Setzes
wieder aufgehoben, 80 hat die zur Entscheidung in erster In-Stanz
zuständige Behörde desjenigen Armenverbandes, welcher die
Vollstreckung der Exekution erwirkt hatte, die erforderlichen Anordnungen
zu treffen, um die Exekution und deren Folgen wieder
rückgängig zu machen.
S 55. Den zur vorläufigen Unterstützung (8 28) und beziehunzsweise
zur Übernahme (S8 31) eines Hülfsbedürftigen verpflichteten
Armenverbänden ist es unbenommen, die thatsächliche
Vollstreckung der Ausweisung (8 5 des Gegetzes über die Freizügigkeit
vom 1. November 1867) durch eine unter Sich zu treffende
Einigung über das Verbleiben der auszuweisenden Person oder
Familie in ihrem biSherigen Aufenthaltsorte gegen Gewährung
eimes bestimmten Unterstützungsbetrages von Seiten des letztgedachten
Armenverbandes dauernd oder zeitweilig auszuschliessen.
Die erstinstanzlichen Behörden (SS 38, 39, 40) Sind verpflichtet,
auf Anrufen eines oder des anderen Beteiligten zwecks
thunlicher Herstellung einer Solchen Einigung vermittelnd einzuschreiten.
ISt die Einigung urkundlich in Form eines Anerkenntnisses
festgestellt, S0 findet auf Grund derSelben die administrative
Exekution Statt (8 53).
S 56. Wenn mit der Ausweisung Gefahr für Leben oder
Gesundheit des Auszuweisenden oder Seiner Angehörigen verbunden
Sein würde, oder wenn die ÜUrsache der Erwerbs- oder Arbeitsunfähigkeit
des Auszuweisenden durch eine im Bundeskriegsdienste
oder bei Gelegenheit einer That persönlicher Selbstaufopferung
erlittene Verwundung oder Krankheit herbeigeführt ist, oder endlich,
wenn Sonst die Wegweisung vom Aufenthaltsorte mit erheblichen
Härten oder Nachteilen für den Auszuweisenden verbunden Sein
Sollte, kann auch bei nicht erreichter Einigung das Verbleiben der
auszuweisenden Person oder Familie in dem Aufenthaltsorte gegen
FestSetzung eines von dem verpflichteten Armenverbande zu zahlenden
Unterstützungsbetrages durch die zur Entscheidung in
erster Instanz zuständige Behörde des Ortsarmenverbandes des
Aufenthaltsortes angeordnet werden.
(iegen diese Anordnung, welche, wenn die VoraussSetzungen
fortfallen, unter welchen gie erlassen ist, Jederzeit zurückgenommen
werden kann, Steht innerhalb vierzehn Tagen nach der Zustellung
beiden Teilen die Berufung zu. Diesgelbe erfolgt, wenn die Sstreitenden
Armenverbände einem und demgelben Bundesstaate angehören,
an die nächst höchste landesgegetzliche Instanz, Sofern die
Streitenden Teile verschiedenen Bundesstaaten angehören, an das