Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1876. (10)

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Zulässigkeit  von  Polizei-Aufsicht  erkannt  werden  kann,  so  gilt  Gleiches  bei  der
Versuchsstrafe.
§.  46.

Der  Versuch  als  solcher  bleibt  straflos,  wenn  der  Thäter

1)  die  Ausführung  der  beabsichtigten  Handlung  aufgegeben  hat,  ohne  daß
er  an  dieser  Ausführung  durch  Umstände  gehindert  worden  ist,  welche
von  seinem  Willen  unabhängig  waren,  oder

2)  zu  einer  Zeit,  zu  welcher  die  Handlung  noch  nicht  entdeckt  war,  den
Eintritt  des  zur  Vollendung  des  Verbrechens  oder  Vergehens  gehörigen
Erfolges  durch  eigene  Thätigkeit  abgewendet  hat.

Dritter  Abschnitt.
Theilnahme.

§.  47.
Wenn  Mehrere  eine  strafbare  Handlung  gemeinschaftlich  ausführen,  so
wird  Jeder  als  Thäter  bestraft.      
§.  48.

Als  Anstifter  wird  bestraft,  wer  einen  Anderen  zu  der  von  demselben  begangenen
  strafbaren  Handlung  durch  Geschenke  oder  Versprechen,  durch  Drohung,
durch  Mißbrauch  des  Ansehens  oder  der  Gewalt,  durch  absichtliche  Herbeifüh-  

rung  oder  Beförderung  eines  Irrthums  oder  durch  andere  Mittel  vorsätzlich  bestimmt
  hat.

Die  Strafe  des  Anstifters  ist  nach  demjenigen  Gesetze  festzusetzen,  welches

auf  die  Handlung  Anwendung  findet,  zu  welcher  er  wissentlich  angestiftet  hat.

§.  49.

Als  Gehülfe  wird  bestraft,  wer  dem  Thäter  zur  Begehung  des  Verbrechens
oder  Vergehens  durch  Rath  oder  That  wissentlich  Hülfe  geleistet  hat.

Die  Strafe  des  Gehülfen  ist  nach  demjenigen  Gesetze  festzusetzen,  welches
auf  die  Handlung  Anwendung  findet,  zu  welcher  er  wissentlich  Hülfe  geleistet
hat,  jedoch  nach  den  über  die  Bestrafung  des  Versuches  aufgestellten  Grundsätzen
zu  ermäßigen.  

§. 49a.

Wer  einen  Anderen  zur  Begehung  eines  Verbrechens  oder  zur  Theilnahme
an  einem  Verbrechen  auffordert,  oder  wer  eine  solche  Aufforderung  annimmt,
wird,  soweit  nicht  das  Gesetz  eine  andere  Strafe  androht,  wenn  das  Verbrechen
mit  dem  Tode  oder  mit  lebenslänglicher  Zuchthausstrafe  bedroht  ist,  mit  Gefängniß
  nicht  unter  drei  Monaten,  wenn  das  Verbrechen  mit  einer  geringeren
Strafe  bedroht  ist,  mit  Gefängniß  bis  zu  zwei  Jahren  oder  mit  Festungshaft
von  gleicher  Dauer  bestraft.

Die  gleiche  Strafe  trifft  denjenigen,  welcher  sich  zur  Begehung  eines  Verbrechens
  oder  zur  Theilnahme  an  einem  Verbrechen  erbietet,  sowie  Denjenigen,
welcher  ein  solches  Erbieten  annimmt.