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Im dienstlichen Verkehr mit ihren Vorgesetzten oder wenn sie in Militäruniform
erscheinen, sind sie der militärischen Disziplin unterworfen (§. 8).
Ueber die Ausübung der militärischen Kontrole, die Uebungen und die
gegen Personen des Beurlaubtenstandes zulässigen Disziplinarstrafmittel wird
ein besonderes Gesetz nähere Bestimmung treffen.
§. 58.
Bei eintretender allgemeiner Mobilmachung haben alle im Auslande befindlichen
Personen des Beurlaubtenstandes sich unverzüglich in das Inland zurückzubegeben,
sofern sie hiervon nicht ausdrücklich dispensirt werden.
§. 59.
Im Frieden können Mannschaften der Reserve und Landwehr, welche nach
außereuropäischen Ländern gehen wollen, unter Dispensation von den gewöhnlichen
Dienstpflichten, jedoch unter der Bedingung der Rückkehr im Falle einer
Mobilmachung, auf zwei Jahre beurlaubt werden.
Weist der Beurlaubte durch Konsulatsatteste nach, daß er sich in einem
der erwähnten Länder eine feste Stellung als Kaufmann, Gewerbetreibender etc.
erworben hat, so kann der Urlaub bis zur Entlassung aus dem Militärverhältnisse
und unter gleichzeitiger Dispensation von der Rückkehr im Falle einer
Mobilmachung verlängert werden Auf die Küstenländer des Mittelländischen
und Schwarzen Meeres findet diese Jesömmung keine Anwendung.
§. 60.
Außerdem gelten die folgenden Bestimmungen:
1) Den Offizieren und im Offizierrang stehenden Aerzten des Beurlaubtenstandes,
sowie den im §. 56 unter 2 bis 4 bezeichneten Mannschaften
darf — falls sie nicht nachweisen, daß sie in einem anderen Bundesstaate
die Staatsangehörigkeit erworben haben — die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit
nur mit Genehmigung der Militärbehörde ertheilt werden.
2) Offiziere und im Offizierrange stehende Aerzte des Beurlaubtenstandes,
welche ohne Erlaubniß auswandern, werden mit Geldstrafe bis zu dreitausend
Mark oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft.
3) Die im §. 56 unter 2—4 bezeichneten Mannschaften sind den Bestimmungen
im dritten Abschnitte des Militär-Strafgesetzbuchs vom 20. Juni
1872, über unerlaubte Entfernung und Fahnenflucht, und den Bestimmungen
im vierten Abschnitte desselben Gesetzbuchs, über Selbstbeschädiung
und Vorschützung von Gebrechen, in gleicher Weise, wie die Per-
sonen des aktiven Dienststandes unterworfen.
4) Die vorläufig in die Heimath beurlaubten Rekruten und Freiwilligen
bedürfen zur Verheirathung der Genehmigung der Militärbehörde.
5) Die zur Disposition der Truppentheile beurlaubten Mannschaften können
bis zum Ablauf ihres dritten Dienstjahres jederzeit zur Fahne wieder einberufen
werden, und bedürfen bis dahin der militärischen Genehmigung
zum Wechsel des Aufenthaltsortes.
§. 61.
Im Uebrigen gelten für die Personen des Beurlaubtenstandes die allgemeinen
Landesgesetze und sind dieselben in der Wahl ihres Aufenthaltsortes im
In- und Auslande, in der Ausübung ihres Gewerbes, rücksichtlich ihrer Ver-Reichs-
Gesetzbl. 1874. 17