Metadata : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Zweite Hälfte.

Lixk’s  Gutachten  die  Revision  betreffend  (1819).  ‘05

Lıxk  zeigt  dann,  dass  ein  Apparat  zu  meteorologischen  Untersuchungen
  und  ein  Local  für  sie  wesentlich  zu  den  Anstalten  der
Akademie  gehöre;  die  werdende  Wissenschaft  der  Meteorologie  sei
mehr  eine  akademische  als  universitäre;  es  sei  auf  eine  vollständige
Anstalt  hierfür  anzutragen.

»Die  Akademie  besitzt  das  Kıarrortn'sche  Laboratorium,  aber
über  die  in  ihm  befindlichen,  für  die  hiesigen  wissenschaftlichen  Anstalten
  überhaupt  gekauften  Instrumente  und  Apparate  ist  meines
Wissens  noch  nicht  verfügt  worden;  doch  ist  nicht  zu  zweifeln,  dass
solche  dem  Laboratorium  verbleiben  werden.  Dasselbe  bedarf  vieler
Verbesserungen  und  Ergänzungen;  der  künftige  Nachfolger  Krar-ROTH's
  wird  darüber  bestimmen.  Es  muss  der  Akademie  bleiben,
und  die  Benutzung  zu  Lehrzwecken  kann  nur  Nebensache  sein.  Der
Chemiker  der  Akademie,  wenn  er  auch  nicht  selbst  neue  Entdeckungen
  macht,  muss  doch  alle  Entdeckungen  prüfen  können;  das  erwartet
  man  von  ihn.  Neue  Bemerkungen  und  Entdeckungen  sind
in  der  Chemie  häufig,  in  der  Physik  seltener;  daher  ist  für  jene
ein  ordentlicher,  bestehender  Apparat  nothwendig,  für  diese  hingegen
  nur  ein  ausserordentlicher.«

»Die  von  WALTER  gekaufte  anatomische  Sammlung  ist  mit  der
Akademie  nicht  verbunden,  aber  sie  ist  hier  und  untersteht  der  Aufsicht
  eines  Akademikers.  Es  fehlt  doch  noch  an  einer  jährlichen
Summe  zu  einer  Sammlung  für  die  vergleichende  Anatomie.  Eine
solche  Sammlung  ist  ohne  Grenzen  und  daher  mehr  für  eine  Akademie
  als  für  eine  Universität,  deren  Sammlungen  zum  Unterricht
allein  dienen.  Also  ist  anzutragen,  dass  für  eine  solche  Sammlung
jährlich  eine  Summe  ausgesetzt  wird.  Was  von  dem  WAaLTeEr'  schen
Museum  gesagt  worden  ist,  gilt  auch  von  dem  zoologischen.  Die
Akademie  hat  Ursache,  sich  über  den  guten  Zustand  und  die  Vermehrung
  desselben  zu  freuen.  Dasselbe  gilt  von  der  mineralogischen
Sammlung.  «

»Der  botanische  Garten  gehört  zur  Akademie  der
Wissenschaften.  Er  wird  sehr  gerühmt,  aber  sein  Etat,  seit  er
sich  so  vermehrt  hat,  ist  zu  klein.  Ein  Entwurf  zu  einem  neuen
Etat  ist  bereits  eingereicht.  Die  Anwendung  für  den  Universitätsunterricht
  war  bisher  eine  Nebensache;  da  sie  aber  zum  Schaden  der
Anstalt  leicht  Hauptsache  werden  könnte,  so  ist  beschlossen  worden,
den  angekauften  danebenliegenden  Garten  zu  diesen  Zwecken  anzuwenden.
  Das  WırLpenow’sche  Herbarium  ist  dem  Contract  nach  für
die  hiesigen  wissenschaftlichen  Anstalten  überhaupt  angekauft;  in

Geschichte  der  Akademie.  |.  45