Contents : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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sind  dabei  gewesen,  die  können  es  euch  am  besten  sagen  wie  uns
der  liebe  Gott  erschaffen  hat.“

„Ja,  erzählt,  erzählt,  ihr  guten  Ahren,  erzählt  doch!“  riefen
die  Kinder  wie  aus  einem  Munde.

Da  begannen  denn  die  treuen  Ahren  und  berichteten,  wie
auf  ihr  Bitten  hin  der  liebe  Herrgott  auch  das  Saatfeld  geschmücht
habe,  und  daß  alles  sich  in  Wahrheit  so  zugetragen,  wie  der
Mohn  gesagt  hatte.

„Dann  aber,“  fügten  die  Ahren  hinzu,  „dann  haben  wir  noch
etwas  gesehen,  etwas  so  Liebes  und  Gutes,  was  Bein  anderer  sah
und  sehen  Ronnte  als  nur  wir  ganz  allein.“

Aun  baten  die  Kinder  so  flehentlich,  daß  die  Ahren  ihnen  die
Geschichte  doch  nicht  vorenthalten  konnten,  und  so  erzählten  sie
denn  weiter:

„Als  der  liebe  Gott  die  Kornblume  geschaffen  hatte,  da  sah
er  zu  seinem  Schrechen,  daß  die  kleinen  vergessenen  Fetzen  inzwischen
  gar  blaß  und  farblos  geworden  waren;  voll  Mitleid  betrachtete
  er  darum  die  arme  schmuchlose  Blüte  in  seiner  Hand.  Dann
langte  er  hinaus  ins  Blau  des  Himmels,  dort  wo  es  am  vollsten
und  klarsten  ist,  und  tauchte  seine  liebe  Blume  hinein,  so  daß  sie
nun  so  tiefblau  ist  wie  droben  das  himmlische  Zelt.  Dann  pflanzte
er  sie  aufs  Feld  hinaus,  und  wenn  die  Menschenkinder  kommen,
besonders  solche,  wie  ihr  seid,  dann  schaut  die  Kornblume  ihnen
auch  so  recht  tief  in  die  blauen  Euchaugen  hinein,  und  dann  wird's
den  Kleinen  so  zumute,  als  ob  sie  in  den  blauen  Himmel  schauten,
und  das  Herzchen  wird  so  froh  und  weich.  Gelt,“  fragten  die
Ahren,  „euch  geht's  doch  gewiß  auch  so?“

Die  Kinder  aber  waren  indes  müde  geworden,  der  Sandmann
  war  vorübergegangen  und  hatte  ihnen  Schlafsand  in  die
kleinen  Gucher  gestreut;  so  murmelten  sie  noch  einen  hurzen  Dank
für  die  schöne  Geschichte  den  Ahren  zu  und  wanderten  wieder  heim.

35.  Vogel.  Von  Wilhelm  Hey.

Kle#be,  ich  bitt'  dich,  sosehr  ich  kann:

v  O  rühre  mein  kleines  Nest  nicht  an!

O  sieh  nicht  mit  deinen  Blicken  hin!

Es  liegen  ja  meine  Kinder  drin;

die  werden  erschrecken  und  ängstlich  schrein,
wenn  du  schaust  mit  den  großen  Augen  hinein.“