Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1885. (19)

III.  Fässer.

§.  19.
Zulässige  Fässer.

Nur  solche  Fässer  sollen  zur  Ermittelung  und  Beglaubigung  des  Raumgehalts
  und  der  trockenen  oder  nassen  Tara  zugelassen  werden,  welche  hinsichtlich
ihrer  Haltbarkeit  und  ihrer  sonstigen  Beschaffenheit  zu  Bedenken  keinen  Anlaß  geben.

§.  20.
Fehlergrenzen,  Bezeichnung  und  Stempelung.

Die  Fehler  der  Ermittelungen  des  jeweiligen  Raumgehalts  oder  der  jeweiligen
  Tara  von  Fässern  dürfen
bei  Fässern  bis  zu  30  Liter  Raumgehalt  höchstens  0,1  Liter,
bei  Fässern  bis  zu  30  Kilogramm  Gewicht  höchstens  0,1  Kilogramm,
bei  größeren  Fässern  höchstens  1/300  des  Raumgehalts  beziehungsweise
der  Tara
im  Mehr  oder  im  Minder  betragen.

Das  Ergebniß  der  Ermittelung  des  Raumgehalts  oder  der  Tara  ist  nach
Liter  mit  Hinzufügung  der  Bezeichnung  l  beziehungsweise  nach  Kilogramm  mit
Hinzufügung  der  Bezeichnung  kg  und  unter  Vorsetzung  der  Bezeichnung  N  T
(Nasse  Tara),  wenn  die  Tarabestimmung  nach  vorgängiger  gehöriger  innerer
Nässung  des  Fasses  erfolgt  ist,  oder  der  Bezeichnung  T  T  (Trockene  Tara),  wenn
die  Tarabestimmung  ohne  vorgängige  innere  Nässung  des  Fasses  erfolgt  ist,  auf
dem  Fasse  anzugeben.  Bei  hölzernen  Fässern  geschieht  dies  in  der  Regel  durch
Einbrennen  auf  dem  Boden,  nur  bei  kleineren  hölzernen  Fässern  ist  es  auch
zulässig,  diese  Angaben  auf  dem  Umfange  an  solchen  Stellen  einzubrennen,  an
welchen  die  Angaben  vor  Beschädigungen  beim  Transport  u.  s.  w.  hinreichend
gesichert  erscheinen.  Bei  Fässern  aus  Metall  sind  die  obigen  Angaben  auf  einer
aufgelötheten  oder  aufgenieteten  Metallplatte  aufzuschlagen,  welche  an  einer  solchen
Stelle  des  Umfanges  oder  des  Bodens  angebracht  ist,  daß  die  aufzuschlagenden
Bezeichnungen  beim  Transport  des  Fasses  u.  s.  w.  keine  Beschädigungen  erleiden
können,  und  daß  die  Verbindung  der  Platte  mit  dem  Fasse  durch  Stempelung
gesichert  werden  kann.

Bei  Fässern  unter  300  Liter  Raumgehalt  ist  die  Angabe  des  ermittelten
Raumgehalts  auf  Zehntel  des  Liter,  bei  größeren  Fässern  auf  ganze  Liter
abzurunden;  die  Angabe  der  ermittelten  Tara  ist  stets  auf  Zehntel  des  Kilogramm
abzurunden.

Die  Stempelung  erfolgt  in  der  Nähe  der  vorerwähnten  Angaben  des
Raumgehalts  beziehungsweise  der  Tara.  Außer  dem  Aichungsstempel  wird  die