Contents : Blätter für Rechtsanwendung. LIX. Band. (59)

Oberstrichterliche  Entscheidungen.  13

des  oberlandesgerichtlichen  Urtheils  gewendet,  daß,  weil
die  Hofbesitzer  in  H.  eine  Markgenossenschaft  gebildet
haben,  die  von  ihnen  geltend  gemachten  Nutzungsrechte
  auf  privatrechtlichem  Titel  beruhten.  Allein  auch
hierin  kann  ihr  nicht  beigetreten  werden.  Die  Markgenossenschaft
  war  weit  älter,  als  die  öffentlich  rechtliche
Gemeinde,  erstere  aber  erscheint  insbesondere  hinsichtlich
der  Natur  der  Sonderrechte  der  Markgenossen  an  der
Mark  ursprünglich  als  ein  vorwiegend  privatrechtliches
Verhältniß,  um  welches  sich  erst  später  dem  öffentlichen
Rechtsleben  angehörige  Verhältnisse  gruppirten.  Dem
entspricht  es  auch,  die  noch  in  die  Gegenwart  hereinragenden
  Ausläufer  jener  Sonderrechte  als  Privatrechte
der  Genossen  zu  betrachten  (Staudinger  in  den  Bl.
f.  RA.  Bd  35  S.  85  ff.;  Bl.  f.  adm.  Praxis  Bd.  13
S.  184).  Es  kann  vorkommen,  daß  in  einzelnen  Fällen
der  privatrechtliche  Charakter  solcher  Nutzungsrechte  ganz
hinter  die  Stellung  des  Nutzungsberechtigten  als  Gliedes
der  Gemeinde  zurückgetreten  ist,  sie  die  Natur  von  dem
öffentlichen  Rechte  angehörigen  Befugnissen  angenommen
haben.  Allein  für  den  concreten  Fall  hat  die  Berufungsinstanz
  solches  verneint.  Wenn  sie  dieses  gethan  hat,
weil  ihr  kein  Akt  bekannt  geworden,  aus  dem  sie  solches
hätte  entnehmen  können,  und  sie  dabei  auch  die  übrigen
ihr  zugänglich  gewordenen  Momente  in  Betracht  zieht,
so  hat  sie  sich  damit  keiner  Gesetzesverletzung  schuldig
gemacht.  Daß  der  Umstand,  daß  die  in  Frage  kommenden
  Grundstücke  als  der  Ortsgemeinde  eigenthümlich  gehörig
  angesehen  werden  müssen,  den  privatrechtlichen
Charakter  der  Nutzungsrechte  nicht  ausschließe,  ist  schon
oben  hervorgehoben.  Das  oben  von  der  Zugehörigkeit
H.  zu  verschiedenen  politischen  Gebieten  Bemerkte  steht
mit  dem  von  der  Vorinstanz  gewonnenen  Ergebnisse  ganz
in  Einklang.  «

Stellt  man  sich  mit  der  Vorinstanz  auf  den  Standpunkt,
  daß  die  Nutzungsrechte  der  Kläger  sich  aus  dem