nem Schrecken, daß sein Partner noch immer vor dem
Throne stand.
Ich weiß nicht, was mir in dem Augenblicke die größere
Freude machte: das ratlose, entgeisterte Gesicht des Haus—
ministers, der sich da durch den kleinen Mann in einen
unerhörten Bruch von Tradition und Etikette hinein—
gezogen fühlte, oder der kleine Meister, der den Kopf
bald rechts, bald links ruckte und unbekümmert um die
anderen nach ihm, die nun doch schon auf das Plätz—
chen vor dem Throne lauerten, auf den Kaiser starrte.
Endlich faßte Wedel sich ein Herz und zupfte Menzel
fest am Armel. Die Störung aber nahm der scheinbar
recht cholerische Meister bitter übel. Wenn ein Blick
fauchen kann vor Wuk, dann war es dieser, den er jetzt
mit zurückgeworsfenem Kopf bis in die Augenhöhe seines
langen Parkners stieß. Dann aber griff er in die Schleppe
und stolperte zornig, beleidigt aus dem Saal. Das war,
als dächke er: Nee — so'n Fest, wo man sich nichk 'mal
leine Leute ein wenig ansehen darf — —!
Zahllose Male habe ich auf Hoffesten bei ihm gestanden
und mik ihm geplauderk. Er war voll krockenen
Witzes, voll Sarkasmus und Kritik. Richks enkging
seinem scharfen Blick, und da man nach und nach daran
gewöhnk war, bei ihm von allzu strengen und sicher
auch fruchklosen Einordnungsbestrebungen abzusehen, so
fühlke er sich als eine Art überlegener Onksider vielleicht
auch leidlich wohl in seiner Sonderstellung, die ihm
ja in der Tak manche künstlerische Anregung bringen
mochte.
Ich für mein Teil konnte, wie schon erwähnk, an dem
Gepränge solcher Feste, auf denen jeder doch vor allem
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