Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

Einladen.

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ports  etwa  noch  erforderlichen  Anweisungen  oder  bestimmt  einen  besonderen  (Betriebs-)
Beamten  zur  Leitung  des  bezüglichen  Dienstes  auf  dieser  Station.

3.  Die  Ladezeit  ist  nach  Maßgabe  der  Zusammensetzung  und  Stärke  des
Transports  einerseits  und  der  Beschaffenheit  und  Zahl  der  benutzbaren  Ladeeinrichtungen
  andererseits  möglichst  kurz  zu  bemessen.

4.  Die  Eisenhahnverwaltung  hat  dafür  zu  sorgen,  daß  mit  den  vorhandenen
  Ladeeinrichtungen  ein  geschlossener  Militärzug

a)  mit  Fußtruppen  innerhalb  einer  Stunde,

b)  mit  Kavallerie  oder  Feld-Artillerie  innerhalb  zwei  Stunden,

c)  mit  Trains  und  Kolonnen  innerhalb  drei  Stunden
vor  der  Abfahrtszeit  verladen  werden  kann.

5.  Die  Transporte  oder  deren  nach  einander  zu  verladende  Theile  haben
pünktlich  zur  vereinbarten  Zeit  in  der  Station  auf  dem  angewiesenen  Aufstellungsplatze
  einzutreffen.

6.  Wo  es  die  örtlichen  Verhältnisse  und  Ladeeinrichtungen  gestatten,  soll
der  Zug  oder  Zugtheil  fahrbereit  und  geschlossen  an  der  Ladestelle  halten,  wenn
die  ersten  zu  verladenden  Transporttheile  eintreffen.

7.  Sind  in  Folge  der  Ladeeinrichtungen  Mannschaften,  Perde  und  Fahrzeuge
  für  denselben  Zug  an  getrennten  Stellen  zu  verladen,  so  muß  die  Reihenfolge
  der  Einladung  und  der  Bereitstellung  der  Wagen  an  den  einzelnen  Ladestellen
  derart  geregelt  werden,  daß  die  beladenen  Wagen  auf  die  einfachste,
mindest  zeitraubende  und  sicherste  Weise  in  der  für  den  abzulassenden  Zug  oder
Zugtheil  angemessenen  Ordnung  zusammengeschoben  werden  können.

8.  Der  Stationsvorsteher  oder  der  das  Einladen  leitende  Betriebsbeamte
übergiebt  in  Gegenwart  des  Zugführers,  bei  einzelnen  Wagen  in  Gegenwart  des
Schaffners,  dem  Transportführer  oder  dem  mit  der  Uebernahme  beauftragten
Offizier  die  Ausstattung  der  für  den  Transport  bestimmten  Wagen.

9.  Das  Nähere  hierüber  enthält  die  Anlage  VI,  deren  Bestimmungen  bei
allen  Militärtransporten  entsprechend  zu  beachten  sind.

§.  41.

1.  Das  Heranschaffen  der  Eisenbahnwagen  an  die  Ladestellen  liegt  der
Eisenbahnverwaltung  ob,  und  zwar  auch  dann,  wenn  es  erst  während  des  Einladens
  nach  und  nach  erfolgen  kann.

2.  Das  Einladen  der  Fahrzeuge,  Pferde,  Sättel,  des  Gepäcks  u.  s.  w
liegt  dem  absendenden  Truppentheil  unter  Mitwirkung  des  Eisenahnpersonals  ob.

3.  Der  Stationsvorsteher  theilt  dem  Transportführer  (dem  Bahnhofs-Kommandanten,
  §.  18)  mit,  daß  die  Wagen  zum  Einsteigen  bereit  stehen,  und
welcher  Weg  zu  denselben  zu  nehmen  ist.

4.  Das  Einsteigen  der  Mannschaften  erfolgt  auf  militärischen  Befehl,  mit
größter  Stille,  Ordnung  und  Schnelligkeit.