Metadata : Der erste Geschichtsunterricht.

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2.  Als  Landesvater.  Friedrich  Wilhelm  ließ  in  Berlin  das  berühmte
Brandenburger  Tor  erbauen.  Es  enthält  fünf  Durchgänge,  von  denen  der  mittlere
nur  für  die  Wagen  des  königlichen  Hofes  bestimmt  ist.  Auf  dem  Tore  steht  die
Siegesgöttin  und  lenkt  ein  Viergespann.  Unter  Friedrich  Wilhelm  wurde  auch
die  erste  Chaussee  (Steinstraße)  in  Preußen  zwischen  Potsdam  und  Berlin  angelegt.
  Ein  ganz  besonderes  Verdienst  erwarb  sich  der  König  durch  Gründung
von  Schulen;  denn  bis  dahin  wuchsen  die  Kinder  auf  dem  Lande  meist  ohne
jeden  Unterricht  auf.

8.  Friedrich  Wilhelm  III.  1797—1840.
Wahlspruch:  „Meine  Zeit  in  Unruhe,  meine  Hoffnung  in  Gott."
Als  Kronprinz  und  König.

1.  Jugend.  Friedrich  Wilhelm  III.  wurde  zur  Zeit  Friedrichs  d.  Gr.,
seines  Großoheims,  geboren.  Dieser  hatte  den  jungen  Prinzen  sehr  lieb.  Einst
begegnete  er  ihm  im  Garten  zu  
Sanssouci  und  forderte  ihn  auf,
ihm  eine  französische  Fabel  zu
übersetzen.  Der  Prinz  machte
seine  Sache  gut,  und  der  König
lobte  ihn  dafür.  Friedrich  Wil—
helm  wollte  jedoch  ein  unver—
dientes  Lob  nicht  annehmen,
sondern  sagte:  „Ich  habe  aber
die  Fabel  erst  kürzlich  bei  meinem
Lehrer  übersetzt.“  Da  leuchtete
das  Auge  des  Königs  hell  auf.
Er  streichelte  dem  Prinzen  die
Wangen  und  sagte:  „So  ist's
recht,  lieber  Fritz,  nur  immer
ehrlich  und  aufrichtig.  Wolle
nie  scheinen,  was  du  nicht  bist.
Sei  stets  mehr,  als  du  scheinst.“
Friedrich  Wilhelm  war  schon in    
seiner Jugend sehr sparsam und
wohlzutun  machte  ihm  stets  große  Friedrich  Wilhelm  III.
Freude.  Nach  dem  Gemälde  von  Franz  Krüger.

Einmal  wurde  ihm  im  Monat  Januar  ein  Körbchen  mit  reifen  Kirschen  angeboten,
Er  hätte  die  Kirschen  gern  gehabt.  Als  er  aber  hörte,  daß  sie  fünf  Taler  kosten  sollten,
drehte  er  sich  um  und  sagte:  „Ich  mag  und  will  sie  nicht!“  Bald  darauf  kam  ein  Schuhmacher,
  der  längere  Zeit  krank  gewesen  war,  und  bat  um  eine  Unterstützung.  Der  Prinz
schickte  ihm  sofort  20  Taler.  Als  sich  der  Handwerker  melden  ließ,  um  sich  für  das  Geschenk
  zu  bedanken,  sagte  der  Prinz:  „Ist  gar  nicht  nötig,  würde  den  armen  Mann  nur
beschämen.“

2.  Vermählung.  Im  Jahre  1793  vermählte  sich  der  Kronprinz  mit  der
Prinzessin  Luise  von  Mecklenburg-Strelitz.  Das  junge  Paar  führte  ein  so  einfaches
  häusliches  Leben,  wie  es  damals  nicht  einmal  in  reichen  Bürgerhäusern,
noch  viel  weniger  am  Hofe  üblich  war.  Am  liebsten  verweilte  das  junge  Paar