Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1892. (26)

II

Glasröhre  versehen  sein,  welche  entweder  selbst  die  Eintheilung  trägt,  oder  hinter
welcher  zur  Ablesung  des  Flüssigkeitsstandes  eine  Metallskale  mit  eingegrabener
Eintheilung  angebracht  ist.  Die  Metallskale  soll  einen  Schieber  tragen,  welcher
auf  den  Flüssigkeitsstand  eingestellt  und  dessen  Stellung  an  der  Skale  in  unzweideutiger
  Weise  abgelesen  werden  kann.  Der  Schieber  darf  sich  nicht  leicht
verbiegen  und  weder  schlottern  noch  in  anderer  Weise  eine  unsichere  Stellung
einmehmen.

4.  Die  cylindrische  Wand  metallener  Maaßkörper  soll  aus  nur  einem
Stück  bestehen,  folglich  bei  den  Meßwerkzeugen  mit  Glasstreifen  ohne  Naht  sein.
Bei  den  Meßwerkzeugen  mit  kommunizirendem  Rohr  soll  die  Naht  von  dem  Verbindungsstutzen
  des  Glasrohrs  mit  überdeckt  werden.

5.  Metallene  Meßwerkzeuge  mit  Flüssigkeitsstandrohr  sollen  nur  zur  Zumessung
  von  Mineralöl  dienen  und  deshalb  mit  der  deutlichen  und  untrennbaren
Aufschrift  „Nur  für  Mineralöl“  versehen  sein.

6.  Die  Bezeichnung  erfolgt,  von  Null  anfangend,  sofern  die  Eintheilung  nach

10,  1,  0,1  oder  0,011  fortschreitet  an  jedem  zehnten,

2,  0,2  .  0,02  L  4  fünften,

5  0,5  -  0,05  1  -  -  -  zweiten
Strich  nach  Liter  in  Dezimalbruchform.  Das  Wort  Liter  oder  die  Abkürzung  b
wird  nur  der  obersten  Bezeichnung  beigesetzt.  Jeder  bezeichnete,  mindestens  aber
jeder  fünfte  Strich  soll  länger  als  die  übrigen  Striche  sein.

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Fehlergrenzen  und  Stempelung.

1.  Bezüglich  der  im  Mehr  oder  im  Minder  zuzulassenden  Fehler  gelten
bei  den  Meßwerkzeugen  mit  ungleichartiger  und  ohne  Eintheilung  für  die  einzelnen
Maaßgrößen  die  entsprechenden  Bestimmungen  des  F.  11  der  Aichordnung.

2.  Bei  den  Meßwerkzeugen  mit  gleichartiger  Eintheilung  darf  der  Fehler
desjenigen  eine  aichfähige  Maaßgröße  darstellenden  Raums,  welcher  in  vier  oder
fünf  kleinsten  Theilabschnitten  enthalten  ist,  im  Mehr  oder  Minder  an  keiner
Stelle  der  Eintheilung  mehr  betragen,  als

½  des  Sollraumgehalts  bei  Eintheilung  in..  0,01  oder  0,02  Liter,
4½%  -  -  -  -........  0,05-o,1-jlgoos
  -  -  -  -0,2,0,5,1,2.5.
5%  -................  10-.

3.  Die  Stempelung  erfolgt  an  allen  Raumgehaltsbezeichnungen,  welchen
das  Wort  Liter  oder  die  Abkürzung  b  beigesetzt  ist,  möglichst  nahe  der  zugehörigen
  Ablesungsmarke  oder  dem  Rande.  Außerdem  erhalten  gleichartige  Eintheilungen
  einen  Stempel  nahe  der  Mitte  der  Theilung,  und  zwar  mittelst  Aufätzens,
  auf  Metallskalen  auch  mittelst  Aufschlagens.  Nullmarke  oder  Abflußeinrichtung,
  auch  der  Boden  und  die  ZLuflußeinrichtung,  wenn  sie  einen  Theil
des  Meßraums  einnehmen,  sind  durch  Stempelung  zu  sichern.  Bei  metallenen
Meßwerkzeugen  sind  außerdem  alle  Stempelungen  auszuführen,  welche  zur
Sicherung  des  Glasrohres  und  der  etwa  vorhandenen  Skale  nebst  Schieber  sowie
zur  Sicherung  der  Aufschrift  erforderlich  scheinen.