Full text : Handwörterbuch der Württembergischen Verwaltung.

Domänenverwaltung.

termin,  Dauer  des  Vertrags  und  Kündigung
  oder  Auflösung,  Best.  über  die  dem
Mieter  obliegenden  zur  Unterhaltung  des
Mietgegenst.  dienenden  Verbindlichkeiten.
Letztere  sind  in  MV.  15.  9.  03,  betr.  Benützung

 

und  Unterhaltung  der  Wohnungen  in  Staatsen
  usw.,  allg.  geregelt,  s.  Nutznießervorschr.
abl.  06  43.  Die  Vertragsdauer  ist  verchieden;

  bei  Beamtenwohnungen  ist  der
.  i.  d.  R.  unter  dem  Vorbehalt  ¼  j.  Kündigung
für  den  Fall,  daß  der  St.  die  W.  für  eigene  Zwecke
nötig  hätte,  auf  Dienstzeit  des  Mieters  auf  der
betr.  Stelle  abgeschlossen.  Außerdem  ist  hier  vorgeschrieben,
  daß  der  Mietzins  nicht  hinter  dem
gesetzl.  Wohnungsgeld  des  Beamten  zurückbleiben
soll.  —  II.  Zu  den  Feldgütern  #  gehören  a)  die
Meiereien,  d.  h.  geschlossene,  aus
Grundstücken,  Aeckern,  Wiesen,  Baumäckern  und
-wiesen,  Gärten,  Weiden  usw.  zusammengesetzte
und  mit  den  zur  Bewirtschaftung  nötigen
Gebäulichkeiten  versehene  Besitzungen.
  Ihre  fin.  Ben.  erfolgt  durch  Verpachtung.
  Dieser  wird  eine  genaue  Beschreibung
  des  Pachtgegenstandes  zugrunde
gelegt.  Die  Pachtverhandlung  ist  nach  öff.  Bek.  im
öff.  Aufstreich  vorzunehmen  u.  z.  bis  zu  1  J.  vor
Beginn  der  Pacht.  Zugelassen  werden  solche
Personen,  die  sich  über  den  Besitz  des  zur  Sicherheitsleistung
  und  zu  einem  schwunghaften  Betr.
erforderl.  Vermögens  und  die  nötige  Befähigung
durch  Zeugnisse  ausweisen  können,  und  die  Auswahl
  unter  den  bei  dem  öff.  Aufstreich  Aufgetretenen
  derart  getroffen,  daß  nicht  auf  die  Erzielung
  eines  möglichst  hohen  Pachtzinses,  sondern
darauf  gesehen  wird,  daß  das  Gut  in  die  Hände
eines  tüchtigen  Landwirts  kommt  zum  Nutzen  des
Guts  und  zum  Beisp.  für  die  Umgegend.  Die  P.=Bedingungen
  sind  i.  d.  R.:  Die  Pachtzeit  beträgt
12—18  J.,  v.  2.  Febr.  an.  Beim  Ableben  des  P.
während  der  PZ.  sind  seine  Erben  auf  Verlangen
verpflichtet,  die  P.  bis  zum  Ablauf  des  angetretenen
  Pachtjahres  und,  wenn  der  Tod  des  P.  in
der  2.  Hälfte  des  Pachtjahrs  eintritt,  bis  zum
Ablauf  des  nächstfolgenden  PJahres  fortzusetzen.
Auflösung  der  P.  kann  von  d.  PHerrschaft  ohne
Entschädigung  erfolgen,  wenn  der  P.  mit  der
Zinszahlung  über  ½  J.  im  Verzug  bleibt,  wenn
das  Gut  von  ihm  vernachlässigt  wird  oder  wenn
trotz  wiederholter  Erinnerung  sonstige  wesentliche
PBedingungen  von  ihm  nicht  eingehalten  werden,
wenn  er  zahlungsunfähig  oder  der  Verwaltung
seines  Vermögens  entsetzt  oder  wenn  Zwangsvollstreckung
  in  das  Gutsinventar  oder  Bestandteile
dess.  oder  in  Früchte  des  Guts  verfügt  wird,
wenn  er  zu  einer  Freiheitstrafe  von  1  J.  oder
darüber  verurteilt  wird.  In  diesen  Fällen  ist  der
P.  verpflichtet,  der  PHerrschaft  allen  Schaden  und
alle  Kosten,  die  durch  die  PAuflösung  und  die
Wiederverp.  entstehen,  zu  ersetzen  und  einen
etwaigen  Mindererlös  auf  die  noch  verbleibende
Dauer  seiner  PZ.  bar  im  voraus  zu  bezahlen,  wogegen
  er  auf  einen  etwaigen  Mehrerlös  keinen  Anspruch
  hat.  Ohne  ausdrückl.  Zust.  der  PHerrschaft
  darf  der  P.  das  Gut  weder  ganz  noch  teil- 



 

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weise  in  Afterp.  oder  in  Verwaltung  geben  oder
einen  PTeilhaber  annehmen.  Der  PZins  wird
meist.  zur  Bezahlung  in  2  Teilen  anbedungen  und
im  Fall  des  Verzugs  in  der  Zahlung  über  4  W.
seine  4%  ige  Verzinsung  festgesetzt.  Der  P.  darf

ain  PZins  wegen  etwaiger  Gegenansprüche  aus
dem  Pacht  nicht  ganz  oder  teilw.  zurückbehalten.
  Derzeit  pflegt  der  PZins  in  jährl.  gleichbleibendem,
  festem  Geldbetrag  bestimmt  zu  werden.
  Sicherheit  hat  der  P.  zu  leisten  für  den
Wert  des  Inventars  und  der  Vorräte,  den  PZins
und  die  Erfüllung  der  PBedingungen.  Hierüber
bestimmt  Min  FV.  16.  2.  01,  Min  Abl.  6,  daß  die
P.  bei  einem  PZins  von  über  500  K  Realsicherheit
leisten  müssen  im  Betrag  des  jährl.  PZinses  und
außerd.  im  Wert  des  gestellten  Gutsinventars  und
der  am  Ende  der  PZ.  zurückzulassenden  Vorräte.
Diese  S.  kann  geleistet  werden  durch  Hinterlegung
  von  Wertpap.,  Verpfändung  von  Forderungen,
  die  in  das  Reichsschuldbuch  oder  in  das
Sch.  eines  d.  Bst.  eingetragen  sind,  durch  Sicherungshypotheken
  an  inl.  Grundstücken  und  Ver-1.
  von  Forderungen,  für  die  eine  Hypothek
  an  einem  inl.  Grundstück  besteht,  oder  durch
Verpf.  von  Grundschulden  oder  Rentenschulden  an
inl.  Grundstücken.  Die  Brandversicherung  der  Gebäulichkeiten
  übernimmt  die  PHerrschaft,  während
der  P.  die  Getreide=  und  Feldfrüchte  gegen  Hagelschaden
  sowie  totes  und  lebendes  Inventar  gegen
Feuerschaden  versichern  und  sich  gegen  Unfälle,  für
die  er  einzustehen  hätte,  durch  Haftpflichtversicherung
  vorzusehen  hat.  Anspruch  auf  PZinsnachlaß
hat  kein  P.,  auch  nicht  wegen  Hagelschadens.  Von
Lasten  und  Abgaben  trägt  die  PHerrschaft  die
Steuern  aus  dem  Eigentum  an  Grundstücken  und
Gebäuden,  alles  andere  der  P.  Auf  dem  Gut
ruhende  Dienstbarkeiten  hat  der  P.  ohne  Entschädigung
  zu  dulden  und  ist  dafür  verantwortlich,  daß
sie  nicht  über  Gebühr  ausgedehnt  werden.  Dienstboten
  und  Taglöhner  stellt  der  P.  an,  er  leistet  die
Kranken--,  Unfall-,  Alters=  und  InvalidenversBeiträge.
  Die  Vornahme  baulicher  Aenderungen  an
den  Gebäuden  steht  der  PHerrschaft  zu.  Der  P.
hat  keinen  Anspruch  auf  Erstellung  weiterer  als
der  zurzeit  der  Verpachtung  vorhandenen  Gebäude
oder  auf  deren  Verbesserung  und  Erweiterung.
Werden  auf  seinen  Wunsch  weitere  Bauten  ausgeführt
  oder  wesentl.  Verbesserungen  vorgenommen,
  so  hat  er  den  Aufwand  nach  Uebereinkunft
zu  verzinsen.  Hinsichtl.  der  Gebäudeunterhaltung
  liegen  den  P.  einmal  die  gewöhnlichen
Bauverbindlichkeiten  ob,  wie  sie  den  Bewohnern
von  Staatsgebäuden  durch  die  o.  Z.  I  angef.
MV.  15.  9.  03  auferlegt  find,  außerdem  haben
sie  die  Unterhaltung  der  Dächer,  ausg.  Zimmerund
  Flaschnerarb.,  die  vollständige  Unterhaltung
und  Neuherstellung  der  Scheunentennen  samt
Vertäferungen,  der  Scheuernseile  usw.,  der  Gitter
und  Läden  der  Fruchtspeicher,  aller  Einrichtungen
im  Innern  der  Stallungen  an  Krippen  usw.,  der
Pumpen,  Rinnen,  Schapfen,  Bedeckung  der  Güllenlöcher,
  des  Backofens  und  des  Waschkessels,  des
Hofraums,  der  Gartenumfriedigungen,  der  Brunnen
  und  Wasserleitungen,  der  Wege,  Brücken,