278 Lobenstein — Lobenthal.
Jürge v. d. L. war Präsident der bremischen Ritterschaft, und sein
Bruder, Claus, kaiserl. Oberster. — Von diesem haben verschiedene
Nachkommen in den brandenburg. und preussischen Diensten gestanden,
namentlich sein Enkel, Johannes v. d. L., der königl. preuss.
llof- und Kammerrath, Director des Kreises Jerichow und der Stadt
Burg, auch Kriegscommissarius war. — Ein jüngerer Bruder desselben,
Albert v. d. L., bekleidete bei dem Czaar die Stelle eines Geheimen
Kriegsraths und Kriegscommissarius und starb im Jahre 1718
als königl. polnischer bevollmächtigter Minister und Gesandter am preussischen
Hofe, Um dieselbe Zeit war Johann Conrad v. d. L. königl.
preuss. Hofrath und Geheimer Archivar.
Dieses Geschlecht führte im silbernen Felde einen mit erhobenen
Ytügeln stehenden Kranich natürlicher Farbe, der in der aufgezogenen
Klaue des rechten Fusses einen Stein hält. Auf dem Helme sınd
zwei (in Holzschnitt schwarze, vermuthlich Kranichs-) Flügel dargestellt.
Die Tinctur der Helmdecken fehlt.
Mushard c. 351. sagt: ein altes, im Bremischen ansässig gewescnes
Geschlecht, aus welchem Hartwig v. d. Lith schon 1184 den 29.
Januar zum bremischen Erzbischof erwählt worden war. M. s.
auch Gauhe I. S. 913. u. f. Zedier's Universal- Lexicon XVIL 8.
1657 — 1664,
Lobenstein, die Herren von.
Hofer zu Lobenstein und Siching ist der Name einer bajerischen
adeligen Familie, welche ehedem das Erbmarschallamt beim Stifte
Regensburg besass,. — Kine Linie derselben war iin Anspach’schen
begutert. Derselben gehörte der Major Baron Hofer v. Lobenstein
an. Er hat 45 Jahre lang in preuss. Diensten gestanden, und ist im
Jahre 1813 im Pensionsstande gestorben.
Das Wappen der Herren v. L. zeigt im silbernen Felde drei
rote Sparren übereinander, jeden dreimal oberwärts geastet. Auf
dem gekrönten Helme ist ein Käfig, in Gestalt eines länglichrunden
Reisskorbes, in die Höhe gestellt, in welchem in der Mitte eine
Oeifnung sich befindet, deren Thür nach der linken Seite auswärts
aufgeschlagen ist. Der Käfig ist oben gekrönt und mit drei Pfauenfedern
nebeneinander besteckt. Helmdecken silbern und rot. —
Die Beschreibung der Figuren nehme ich von einem Abdrucke des
Wappens, die Farben aus Fürstens W.-B. 1. Tlieil S. 78. No. 11.
Hofer zum JLobenstein Baierisch, woselbst der Käfig zwar] keine
Thür, wohl aber etwas Schwarzes zeigt, welches ein in demselben
sitzender Vogel sein mag. Die Pfauenfedern stehen daselbst 2, 1.
Lobenthal, die Herren von.
Aus dieser adeligen Familie war Karl Friedrich v. Lobenthal,
geboren im Jahre 1766, der seine militairische Laufbalın im Infanterie-
Regiment v. Tschammer begann. Im Jahre 1806 war er Grenadier-
Capitain. Den Feldzügen 1813 und 1814 wohnte er sehr
ehrenvoll bei, zuerst als Oberst und Commandeur des 1. ostpreuss.
Infanterie - Regiments, zuletzt als Brigade- Comnandeur, Ganz vorzuglich
glänzt in seinem Kriegerleben die heldenmütlige Vertheidigung
der Stadt Merseburg am 249. April 1815 gegen eine grosse feindliche
Vebermacht. Nicht minder ausgezeichnet waren die Dienste, die er
als Führer der Avantgarde des y. York’schen Corps an der Katzbaclı