Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1895. (29)

  --   293  --Als

  gewerbliche  Brennereien  gelten  alle  Brennereien,  welche  weder  zu  den
landwirthschaftlichen  noch  zu  den  Materialbrennereien  gehören.

II.  Von  dem  in  gewerblichen  Brennereien  hergestellten  Branntwein  wird,
soweit  er  der  Verbrauchsabgabe  unterliegt,  ein  Zuschlag  zu  dieser  erhoben,  welcher
0,20  Mark  für  das  Liter  reinen  Alkohols  beträgt.

Bei  solchen  gewerblichen  Brennereien,  welche  vor  dem  1.  April  1887  bereits
bestanden  haben  und  nicht  mehr  als  10 000  Liter  Bottichraum  an  einem  Tage
bemaischen,  tritt  für  den  Umfang  des  vor  dem  1.  Oktober  1887  geübten  Betriebes,
  nach  näherer  Bestimmung  des  Bundesraths,  eine  Ermäßigung  des
Zuschlages  um  0,04  Mark  für  das  Liter  reinen  Alkohols  ein.  Bemaischen
Brennereien  dieser  Art  mehr  als  10 000  Liter,  jedoch  nicht  über  20 000  Liter
Bottichraum,  so  beträgt  diese  Ermäßigung  des  Zuschlages  0,02  Mark.  Diese
Bestimmung  findet  keine  Anwendung  während  derjenigen  Monate,  in  denen  Hefe
erzeugt,  oder  Melasse,  Rüben  oder  Rübensaft  verarbeitet  wird.

III.  Auf  Antrag  sind  auch  landwirthschaftliche  und  Materialbrennereien
von  der  Erhebung  der  Maischbottich-  oder  Branntweinmaterialsteuer  frei  zu  lassen.

Sofern  hiervon  Gebrauch  gemacht  wird,  werden  von  dem  hergestellten
Branntwein  folgende  Zuschläge  zur  Verbrauchsabgabe  für  das  Liter  reinen  Alkohols
  erhoben:

a)  an  Stelle  der  Maischbottichsteuer:

1.  in  Brennereien,  die  in  einem  Jahre  nicht  mehr  als  100  Hektoliter
reinen  Alkohols  erzeugen,
während  derjenigen  Monate,  in  denen  sie  ohne  Hefenerzeugung

betrieben  werden  .  .  .  .  .  0,12  Mark,
während  derjenigen  Monate,  in  denen  sie  mit  Hefenerzeugung
betrieben  werden  .  .  .  .  .  0,16  Mark,

2.  in  Brennereien,  die  in  einem  Jahre  mehr  als  100,  jedoch  nicht
über  150  Hektoliter  reinen  Alkohols  erzeugen,
während  derjenigen  Monate,  in  denen  sie  ohne  Hefenerzeugung

betrieben  werden  0,14  Mark,
während  derjenigen  Monate,  in  denen  sie  mit  Hefenerzeugung
betrieben  werden  .  .  .  .  .  0,18  Mark,

3.  in  Brennereien,  die  in  einem  Jahre  mehr  als  150  Hektoliter
reinen  Alkohols  erzeugen,  0,16  ,  0,18  oder  0,20  Mark  nach  Maßgabe
  der  Vorschriften  unter  Ziffer  II;

b)  an  Stelle  der  Branntweinmaterialsteuer:

1.  soweit  von  einem  Brenner  in  einem  Jahre  nicht  mehr  als  50  Liter
reinen  Alkohols  erzeugt  werden  .  .  .  .  .  0,05  Mark,

2.  soweit  von  einem  Brenner  in  einem  Jahre  mehr  als  50  Liter,
jedoch  nicht  über  1  Hektoliter  reinen  Alkohols  erzeugt  werden

0,16  Mark,

3.  soweit  von  einem  Brenner  in  einem  Jahre  mehr  als  1  Hektoliter

reinen  Alkohols  erzeugt  wird  .  .  .  .  .  0,20  Mark.