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gerüstet und ohne tüchtige Führer. Nur 100 000 Mann
(darunter 20 000 Sachsen) brachte es, als der Krieg Anfang
Oktober 1806 in Thüringen begann, dort ins Feld. Dagegen
hatte Napoleon aufs schnellste hier eine übermacht von 220 000
Mann (ein Fünftel davon Rheinbundstruppen) vereinigt, und
während die preußischen Feldherren, der einundsiebzigjährige
Herzog von Braunschweig und der Fürst von Hohenlohe,
unentschlossen hin und her berieten, besetzte er die Pässe des
Thüringer Waldes, wo des Königs Vetter Prinz Louis Ferdinand
im Gefecht bei Saalfeld (10. Oktober) eine Niederlage
erlitt und tapfer kämpfend fiel. Darauf griffen die Franzosen
am 14. Oktober bei Jena und Auerstädt, 100 000 Mann
stark unter Napoleon und Davoust, das preußische Hauptheer
(70 000 Mann unter Hohenlohe und Braunschweig) an und besiegten
die tapfer kämpfenden, aber schlecht geführten Truppen
vollständig. Jetzt bemächtigte sich ein panischer Schrecken fast
aller höheren Offiziere und Beamten, und von dem nicht für
möglich gehaltenen Schlage wie betäubt und gelähmt, gaben sie
alles verloren und lieferten ohne weiteres Truppen und Festungen
dem Feinde aus. Ohne Schwertstreich kapitulierten noch im Oktober
die Kommandanten von Erfurt, Spandau, Stettin und im
offenen Felde Fürst Hohenlohe und v. Massenbach bei Prenzlau;
dann im November die Befehlshaber von Küstrin, Magdeburg,
Hameln. Nur der General von Blücher rettete seine Ehre, schlug
sich mit einem kleinen Haufen bis Lübeck durch und konnte erst
nach heftiger Gegenwehr von der Ubermacht zur Ubergabe
(bei Ratkau am 7. November) genötigt werden. Die unteren
Offiziere und das Volk hätten wohl Widerstand versucht; aber
es fehlte die rechte Leitung. Der Gouverneur von Berlin ermahnte
vielmehr: „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!“ So konnten
die Franzosen schon am 24. Oktober ungehindert in Berlin einziehen,
die Verwaltung des Staates an sich nehmen und dessen
Hifsquellen für sich ausnutzen.
Unterdessen eilte der König über die Oder und Weichsel,
um den Rest seines Heeres mit den Truppen zu vereinigen,
welche sein Freund und Bundesgenoß, Kaiser Alexander von
Rußland, herbeiführte. Aber bei den Russen waren Oberbefehl
und Einrichtung des Heeres nicht besser bestellt. Sie gaben die
Weichsel preis und drängten immer rückwärts. Die Tapferkeit