Dritter Abschnitt.
Hypotheken-, Grundschuld-, Rentenschuldbrief.
§. 56.
Der Hypothekenbrief wird von dem Grundbuchamt ertheilt. Er muß die
Bezeichnung als Hypothekenbrief enthalten, den Geldbetrag der Hypothek und das
belastete Grundstück bezeichnen sowie mit Unterschrift und Siegel versehen sein.
§. 57.
Der Hypothekenbrief soll die Nummer des Grundbuchblatts angeben und
einen Auszug aus dem Grundbuch enthalten.
In den Auszug sollen aufgenommen werden:
1. die Bezeichnung des Grundstücks nach dem Inhalte des Grundbuchs;
2. die Bezeichnung des Eigenthümers;
3. der Inhalt der die Hypothek betreffenden Eintragungen und, soweit
zur Ergänzung einer Eintragung auf eine Urkunde Bezug genommen
ist, auch der Inhalt dieser Urkunde; im Falle des §. 1115 Abs. 2 des
Bürgerlichen Gesetzbuchs braucht der Inhalt der Satzung nicht aufgenommen
zu werden;
4. die kurze Bezeichnung des Inhalts der Eintragungen, welche der
Hypothek im Range vorgehen oder gleichstehen.
Der Auszug ist auf Antrag zu ergänzen, wenn sich der Inhalt des Grundbuchs
ändert.
§. 58.
Ist eine Urkunde über die Forderung, für welche eine Hypothek besteht,
ausgestellt, so soll die Urkunde mit dem Hypothekenbriefe verbunden werden.
Erstreckt sich der Inhalt der Urkunde auch auf andere Angelegenheiten, so genügt
es, wenn ein öffentlich beglaubigter Auszug aus der Urkunde mit dem Hypothekenbriefe
verbunden wird.
In den Fällen des Abs. 1 unterbleibt die im §. 57 Abs. 2 Nr. 3 vorgesehene
Aufnahme des Inhalts der Urkunde in den Hypothekenbrief.
Zum Nachweise, daß eine Schuldurkunde nicht ausgestellt ist, genügt eine
darauf gerichtete Erklärung des Eigenthümers.
§. 59.
Ueber eine Gesammthypothek soll nur ein Hypothekenbrief ertheilt werden.
Sind die belasteten Grundstücke in den Bezirken verschiedener Grundbuchamter
belegen, so soll jedes Amt für die Grundstücke seines Bezirkes einen besonderen
Brief ertheilen; die Briefe sind mit einander zu verbinden.
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