Metadaten : Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung. Zweiter Band (L-Z). (2)

402

geschriebene  Einzahlungen  auf  Anteil—
scheine  gewerkschaftlich  betriebener  Bergwerke
ist  der  Stempel  spätestens  zwei  Wochen  nach
dem  festgesetzten  Einzahlungstermin  zu  ent—
richten  (Tarif  1  d  Abs.  3)  und  fürungeborene
Aktien  binnen  zwei  Wochen  nach  Ablauf
eines  Jahres  seit  Eintragung  der  Gesellschaft
in  das  Handelsregister  (§  6).

Über  Anschaffungsgeschäft  e  ist  eine
Schlußnote  am  dritten  Tage  nach  dem  Tage
des  Geschäftsabschlusses  auszustellen  und  zu
versteuern  (§  15).

Inländische  Lose  müssen,  abgesechen  von
denen  der  Staatslotterien,  ebenso  wie  ausländische
  vor  dem  Beginn  des  Vertriebes,  letztere
sogar  spätestens  binnen  drei  Tagen  nach  der
Einführung  in  das  Inland  angemeldet  und
versteuert  werden.  Wer  jedoch,  ohne  Ausweise
über  Einsätze  bei  ausländischen  Wettunternehmungen
  einzuführen,  Wetten  gewerbsmäßig
vermittelt,  hat  versteuerte  Ausweise  über  die
Wetteinsätze  auszustellen  (§§8  30,  31,  35).

Für  im  Sceverkehr:  ausgestellte  Urkunden
der
neten  Art  ist  die  Abgabe  durch  Verwendung
von  Vordrucken  oder  Stempelmarken  von  einer
Abschrift  zu  cutrichten,  die  dem  Reeder  auszuhändigen
  oder,  falls  dieser  selbst  der  zur  Cntrichtung
  der  Abgabe  Verpflichtete,  von  ihm
zurückzubehalten  ist.  Bei  im  Inland  ausgestellten
  Schriftstücken  muß  der  Stempel  vor
der  Abgabe  der  Urkunde  durch  den  Ablader
oder  Aussteller  entrichtet  werden,  bei  im  Auslande
  ausgestellten  binnen  drei  Tagen,  nachdem
  die  Urkunde  in  den  Besitz  des  Empfängers
der  Sendung  gelangt  ist.  Im  Eisenbahnverkehr
  hat  die  Entrichtung  spätestens  vor
Aushändigung  der  Sendung  an  den  Empfänger
und,  wenn  die  Sendung  nach  dem  Auslande
bestimmt  ist,  spätestens  vor  der  Aushändigung
an  den  ausländischen  Frachtführer  zu  erfolgen
(58  39,  40,  41).

Zwecks  Versteuerung  der  Personenfahrkarten
  haben  vom  Reiche  oder  einem  Bundesstaate
  betriebene  Eisenbahn=  und  Dampfschiffsverwaltungen
  in  gewissen  vom  Bundesrat
  zu  bestimmenden  Zeitabschnitten  Nachweisungen
  über  die  Anzahl  der  steuerpflichtigen
Fahrkarten  einzureichen;  auf!  Grund  dieser
Nachweisungen  erfolgt  die  Festsetzung  der  Steuer.
Andere  Eisenbahn=  und  Dampfschiffsverwaltungen
  haben  die  Abgabe  für  die  auszugebenden
  Fahrkarten  im  voraus  durch  Zahlung  an
die  zuständige  Steuerstelle  gegen  Abstempelung
der  Fahrkarten  zu  entrichten  (§8  47,  48,  49).

Erlaubniskarten  für  Kraftfahrzeuge
  müssen  spätestens  drei  Tage  vor  Ingebrauchnahme
  des  Fahrzeuges  gelöst  werden,
für  aus  dem  Auslande  eingehende  alsbald  nach
dem  Grenzübertritt.  Die  zur  Ausstellung  der
Erlaubniskarte  zuständige  Behörde  hat  Stempelmarken
  in  entsprechendem  Betrage  zu  der  Erlaubniskarte
  zu  verwenden  (88  56,  60,  61).

Der  Stempelbetrag  für  Vergütungen
(Tantiemen  usw.)  wird  zu  besonderen  von  den
Gesellschaften  bei  Aufstellung  der  Jahresbilanz
anzufertigenden  Aufstellungen  durch  Verwendung
  von  Vordrucken  oder  Stempelmarken
bezahlt  (88  66,  68).

in  Tarifnummer  6  bezeich-48

 

Reichsstempelsteuer

Der  Stempel  für  Schecks  ist  zu  entrichten,
che  ein  im  Inland  ausgestellter  vom  Aussteller,
ein  im  Ausland  auf  das  Inland  ausgestellter  vom
ersten  inländischen  Inhaber  aus  den  Händen
gegeben  wird.  Für  Quittungen  muß  die
Abgabe  gleichfalls  vor  der  Aushändigung  entrichtet
  werden.  Die  Verpflichtung  zur  Entrichtung
  wird  erfüllt  durch  Ausstellung  der
Urkunde  auf  einem  mit  dem  Reichsstempel
versehenen  Vordruck  oder  durch  Verwendung
der  erforderlichen  Stempelmarke  unter  Boeachtung
  der  Verwendungsvorschriften  (§8  70,  72,
73,  74).

Die  Verpflichtung  zur  Entrichtung  der  im
Tarif  11  bezeichneten  Abgabe  tritt  ein  bei  der
Zwangsversteigerung  mit  Erteilung  des  Zuschlages,
  bei  freiwilliger  Veräußerung  in  den
Fällen  a,  b,  c  mit  der  rechtswirksamen  Beurkundung
  und  im  Falle  zu  d  mit  der  Eintragung
in  das  Grundbuch.  Die  Abgabe  ist  zu  entrichten
binnen  zwei  Wochen  nach  Eintritt  der  Steuerpflicht
  (§§  78,  83).  Uber  die  Art  der  Entrichtung
der  bgabe  trifft  der  Bundesrat  Bestimmung

80).

d)  Steuersatz.  Die  Steuer  beträgt  für
inländische  und  ausländische  Aktien,  sowie  für
Anteilscheine  der  Kolonialgesellschaften  3  0%  in
Abstufungen  von  60  Z  für  je  20  K,  für  Kuxe
5  .K  von  jeder  Urkunde,  für  inländische  Schuldverschreibungen
  sowohl  wie  für  solche
aueländischer  Staaten  und  Eisenbahngesellschaften
2  00,  für  Renten=  und  Schuldverschreibungen
ausländischer  Korporationen  usw.  1  0%  und  für
inländische  auf  Grund  staatlicher  Genehmigung
ausgegebene  Schuldverschreibungen  der  Kommunalverbände
  usw.  5%  %  in  Abstufungen  von
40  und  bzw.  20  8  für  je  20K  und  bzw.  50  8
für  je  100  K,  für  Genußscheine  endlich,
die  als  Ersatz  an  Stelle  erloschener  Aktien  ausgegeben
  werden,  1.K,  für  alle  übrigen  30  und
bzw.  40  .K#  von  jeder  Urkunde,  je  nachdem  es
sich  um  inländische  oder  ausländische  handelt.
Für  Gewinnanteilscheine  und  Zinsbogen  ist  die
Abgabe  auf  10%00  und  bzw.  5  %  %  und  bzw.  2%  %
in  Abstufungen  von  1  K  und  bzw.  50  D  und
bzw.  20  J  für  je  100  .K  je  nach  der  Qualifikation
  der  ausgebenden  Gesellschaften  festgesctzt.
  Der  Berechnung  wird  der  Neunwert
der  Wertpapiere,  für  welche  die  Bogen  ausgegeben
  werden,  zugrunde  gelegt.  Bei  Anschaffungsgeschäften
  ist  die  Abgabe
auf  1%  für  Kuxe,  auf  /10%%  für  Aktien  und
Renten=  und  Schuldverschreibungen  ausländischer
Korporationen  usw.,  im  übrigen  auf  /10%66
Sestgestellt.  Inländische  Lotterielose  zahlen
20  00  vom  planmäßigen  Preise  und  ausländische
25•00  vom  Preise  der  einzelnen  Lose  in  Abstusungen
  von  1.KH  für  je  4  K.

Der  Frachturkundenstempetl  beträgt
1.K  für  die  oben  unter  IIa  D  1  bezcichneten
Konnossemente  usw.,  10  Z  für  die  ebenda  Ziff.  2
gedachten.  Er  wird  von  der  einzelnen  Urkunde
berechnet,  bei  Ladung  mehrerer  Schiffsgefäße
oder  Eisenbahnwagen  jedoch  von  jeder  Wagenladung.
  Für  Urkunden  der  oben  unter  IILa  D  3
bezeichneten  Art  beträgt  der  Stempel  20  JZ  bei
einem  Frachtbetrage  von  nicht  mehr  als  25  .K,
50  J  bei  höheren  Beträgen  und,  sofern  es  sich
um  Schiffe  mit  einem  Raumgehalt  von  über