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standes der Kirche annehmen?! Die Uuiversi taͤten und besonders
die von Paris machte den Pãͤbsten die dringendsten
Vorstellungen, durch Resi ĩgnationen der Kirche den Frieden
zu schenken; aber wenige Menschen si nd so edel, um des
Friedens willen eine Krone außuopfern. Man suchte die
alte längst vergessene Lehre von den Universalsynoden und
ihrem Ansehen wieder hervor, und die Universi ĩtaͤten sprachen
den Cardinaͤlen das Recht zu, eine solche Synode auszuschreibeu.
Die erste dieser Synoden war die Pisanische vom Jahr
1409. Doch gerade diese gab der Welt den dritten Pabst,
ohne daß sie die zwei Päbste, von welchen die Christenheit
schon verwüstet wurde, zernichten konnte. Mit der Reformation
der schrdcklichen Misbräuche, welche sch nach allge
meinem Geständniß bei der großen und kleinen Geistlichkeit
eingeschlichen hatten, blieb es wieder bei dem Alten: es war
zu viel Verlaͤugnung von dem neuerwaͤhlten Pabst gefodert,
daß er sich selbst reformiren sollte.
Fuͤnf Jahre nach der Pisaner Synode, kam die groͤßere
und angesehenere zu Costnitz durch Kaiser Sigismunds
Betriebsamkeit zu Stande. Es kostete die muͤhsamsten Tractaten,
bis man einen Pabst zur Resignation bewegte, dem
andern seine Anhänger abspenstig machte, und den britten
endlich feierlich entsetzte. Der feierlich entsetzte Pabst wurde
mit Beschimpfungen belegt, sein lasterhaftes Leben mit einer
so actenmaͤßigen Publicitaͤt behandelt, daß man haͤtte glauben
sollen das größte Hinderniß, das der hierarchischen Umschaffung
entgegen stand, sey endlich voͤllig gehoben. Aber
doch wurde auf eben dieser Versanimlung von eben denselben
Richtern Johann Huß als Beleidiger der hierarchischen Majestaͤt
verbrannt, und die Einigkeit der groͤßten Männer des
Euvittler's sämmtl. Werke. II. Bd. 13