Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1898. (32)

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rechte  wie  die  Amtsrichter  aus  und  nehmen  auch  an  denjenigen,  im  Laufe  einer
Hauptverhandlung  zu  erlassenden  Entscheidungen  Theil,  welche  in  keiner  Beziehung  zu
der  Urtheilsfällung  stehen,  und  welche  auch  ohne  vorgängige  mündliche  Verhandlung
erlassen  werden  können.

Die  außerhalb  der  Hauptverhandlung  erforderlichen  Entscheidungen  werden  von

dem  Amtsrichter  erlassen.
§.  31.
Das  Amt  eines  Schöffen  ist  ein  Ehrenamt.  Dasselbe  kann  nur  von  einem
Deutschen  versehen  werden.
§.  32.

Unfähig  zu  dem  Amte  eines  Schöffen  sind:

1.  Personen,  welche  die  Befähigung  in  Folge  strafgerichtlicher  Verurtheilung
verloren  haben;

2.  Personen,  gegen  welche  das  Hauptverfahren  wegen  eines  Verbrechens  oder
Vergehens  eröffnet  ist,  das  die  Aberkennung  der  bürgerlichen  Ehrenrechte
oder  der  Fähigkeit  zur  Bekleidung  öffentlicher  Aemter  zur  Folge  haben  kann;

3.  Personen,  welche  in  Folge  gerichtlicher  Anordnung  in  der  Verfügung  über
ihr  Vermögen  beschränkt  sind.

§.  33.
Zu  dem  Amte  eines  Schöffen  sollen  nicht  berufen  werden:
1.  Personen,  welche  zur  Zeit  der  Aufstellung  der  Urliste  das  dreißigste  Lebensjahr
  noch  nicht  vollendet  haben;
2.  Personen,  welche  zur  Zeit  der  Aufstellung  der  Urliste  den  Wohnsitz  in  der
Gemeinde  noch  nicht  zwei  volle  Jahre  haben;
3.  Personen,  welche  für  sich  oder  ihre  Familie  Armenunterstützung  aus
öffentlichen  Mitteln  empfangen  oder  in  den  drei  letzten  Jahren,  von  Aufstellung
  der  Urliste  zurückgerechnet,  empfangen  haben;
4.  Personen,  welche  wegen  geistiger  oder  körperlicher  Gebrechen  zu  dem  Amte
nicht  geeignet  sind;
5.  Dienstboten.

§.  34.

Zu dem  Amte  eines  Schöffen  sollen  ferner  nicht  berufen  werden:
1.  Minister;
2.  Mitglieder  der  Senate  der  freien  Hansestädte;
3.  Reichsbeamte,  welche  jederzeit  einstweilig  in  den  Ruhestand  versetzt  werden
können;
4.  Staatsbeamte,  welche  auf  Grund  der  Landesgesetze  jederzeit  einstweilig  in
den  Ruhestand  versetzt  werden  können;

5.  richterliche  Beamte  und  Beamte  der  Staatsanwaltschaft;

6.  gerichtliche  und  polizeiliche  Vollstreckungsbeamte;
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