Full text : Kriegs-Gesetze – Verordnungen und Bekanntmachungen Heft 2 (2)

Höchstpreise  für  Thomasmehl,  Kupfer  usw.  169

verordnung  für  dieses  Erzeugnis  vom  10.  Dezember  1915  mit  dem  1.  Juni  1915
außer  Kraft  gesetzt.
(Bekanntmachung  über  das  Außerkrafttreten  der  Bekanntmachung
  über  die  Höchstpreise  für  schwefelsaures  Ammoniak
vom  4.  Dezember  1914,  vom  27.  Mai  1915.)

Die  erstere  Bekanntmachung  vom  27.  Mai  1915  erhöht  für  beide  Sorten  von
schwefelsaurem  Ammoniak  (gewöhnliche  und  gedarrte  Ware)  sowie  für  die  beiden
Preisgebiete  (Orte,  einerseits  unmittelbar  an  der  Elbe  und  westlich  der  Elbe,  anderseits
  östlich  der  Elbe)  die  Höchstpreise  gleichmäßig  um  3,50  M.  für  den  Doppelzentner.
Sonst  lehnt  sie  sich  eng  an  die  ursprüngliche  an.

Höchstpreise  für  Thomasmehl.

Die  Notwendigkeit,  für  Thomasmehl  einen  Höchstpreis  festzusetzen,  entfiel,  da
durch  Vereinbarung  zwischen  der  Bezugsvereinigung  der  deutschen  Landwirte
G.m.  b.  H.  und  dem  Thomasmehl-Syndikat  seit  Jahren  ein  bestimmter,  den  Verhältnissen
  angemessener  Preis  festgelegt  ist,  der  bis  zum  Juli  1915  gilt.

Höchstpreise  für  Kupfer  und  andere  Metalle.

Die  Preise  mehrerer  Metalle,  die  für  die  Herstellung  von  Kriegsbedarfsartikeln
unentbehrlich  sind,  hatten  seit  Kriegsausbruch  stark,  teitweise  um  hundert  und  mehr
Prozent,  angezogen,  so  daß  die  inländischen  Vorräte  zu  Preisen  abgegeben  wurden,
die  weit  über  den  Einstandspreisen  lagen  und  dem  Besitzer  oder  spekulativen  Erwerber
beträchtliche  Gewinne  auf  Kosten  der  Heeres-  und  Marineverwaltung  abwarfen.
Gleichzeitig  machte  sich  eine  bedenkliche  Zurückhaltung  dieser  Metalle  vom  Markte
geltend,  da  erfahrungsgemäß  die  Ware  dem  Markte  fernbleibt,  solange  sich  ihr  Preis
aufwärts  bewegt,  aber  an  den  Markt  kommt,  sobald  der  Preis  zu  sinken  beginnt
und  damit  die  Hoffnung  auf  weiteren  Preisgewinn  entfällt.  Um  jener  Preissteigerung
  entgegenzuwirken  und  diese  Zuführung  der  Ware  an  den  Markt  zu  erreichen,
ist  auf  Anregung  der  Heeres-  und  Marineverwaltung  auf  Grund  des  §  3  des  sogenannten
  Ermächtigungsgesetzes  die

Bekanntmachung  über  die  Höchstpreise  für  Kupfer,  altes

Messing,  alte  Bronze,  Rotguß,  Aluminium,  Nickel,  Antimon

und  Zinn  vom  10.  Dezember  1914  (Bd.  1I  S.  212)
erlassen  worden.  Die  Höchstpreise  sind  nach  eingehenden  Verhandlungen  mit  Sachverständigen
  für  Raffinatkupfer,  Elektrolytkupfer,  Altkupfer,  Kupferabfälle,  Kesselkupfer,
  Leichtkupfer  und  Kupferspäne,  für  altes  Messing,  Tombakabfälle,  Messingabfälle,
  Messingspäne,  für  Rotguß,  alte  Bronze,  für  Hüttenaluminium,  umgeschmolzenes
  Aluminium,  alte  Aluminiumlegierungen,  Aluminiumabfälle,  für  Nickel,
für  Antimon  regulus,  Antimon  crudum  und  für  Zinn  festgesetzt  worden.

Die  deutschen  Metallvorräte  an  Rohmetallen  und  Rohmaterialien  können
unter  Zurückgreifen  auf  diese  Metalle  und  deren  Rückverwandlung  in  die  Rohstoffe
wesentlich  vermehrt  werden.  Dabei  muß  dem  Besitzer  für  die  Bearbeitungskosten,
die  er  seinerzeit  für  bestimmte  andere  Zwecke  aufgewendet  hat,  billigerweise  ein
Zuschlag  vengütet  werden.  Dem  Reichskanzler  war  durch  die  Bundesratsverordnung