Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1902. (36)

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§.  81.

Der  dem  Schiffsmann  als  Lohn  zugestandene  Antheil  an  der  Fracht  oder
am  Gewinne  wird  als  Heuer  im  Sinne  dieses  Gesetzes  nicht  angesehen.

§.  82.
In  den  Fällen  der  §§.  66,  73,  74  sind  die  nicht  europäischen  Häfen  des
Mittelländischen  und  des  Schwarzen  Meeres  den  europäischen  Häfen  gleichzustellen.

§.  83.

Der  Kapitän  darf  einen  Schiffsmann  außerhalb  des  Reichsgebiets  nicht
ohne  Genehmigung  des  Seemannsamts  zurücklassen.  Wenn  für  den  Fall  der
Zurücklassung  eine  Hülfsbedürftigkeit  des  Schiffsmanns  zu  besorgen  ist,  so  kann
die  Ertheilung  der  Genehmigung  davon  abhängig  gemacht  werden,  daß  der
Kapitän  gegen  den  Eintritt  der  Hülfsbedürftigkeit  für  einen  Zeitraum  bis  zu
drei  Monaten  Sicherstellung  leistet.

Ist  der  Schiffsmann  mit  der  Zurücklassung  einverstanden  und  befindet  sich
kein  Seemannsamt  am  Platze  und  läßt  sich  auch  die  Genehmigung  eines  anderen
Seemannsamts  ohne  Verzögerung  der  Reise  nicht  einholen,  so  ist  der  Kapitän
befugt,  den  Schiffsmann  ohne  Genehmigung  zurückzulassen.  Der  Rheder  bleibt
in  diesem  Falle  für  die  aus  einer  etwaigen  Hülfsbedürftigkeit  des  Schiffsmanns
während  der  nächsten  drei  Monate  erwachsenden  Kosten  haftbar.

Die  Bestimmungen  des  §.  127  werden  hierdurch  nicht  berührt.

Vierter  Abschnitt.

Disziplinarvorschriften.
§.  84.

Der  Schiffsmann  ist  der  Disziplinargewalt  des  Kapitäns  unterworfen.
Die  Ausübung  der  Disziplinargewalt  des  Kapitäns  kann  nur  auf  den  ersten
Offizier  des  Decksdienstes  und  den  ersten  Offizier  des  Maschinendienstes  innerhalb
ihres  Dienstbereichs  übertragen  werden.  Dieselben  haben  jeden  Fall  der  Ausübung
  der  Disziplinargewalt  binnen  vierundzwanzig  Stunden  dem  Kapitän  anzuzeigen.


§. 85.

Der  Schiffsmann  ist  verpflichtet,  sich  stets  nüchtern  zu  halten  und  gegen
Jedermann  ein  angemessenes  und  friedfertiges  Betragen  zu  beobachten.

Dem  Kapitän,  den  Schiffsoffizieren  und  seinen  sonstigen  Vorgesetzten  hat
er  mit  Achtung  zu  begegnen  und  ihren  dienstlichen  Befehlen  unweigerlich  Folge
zu  leisten.