Contents : Verhandlungen des Reichstags. 314. Band. (314)

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Reichstag.  —  Sachregister.

 

 

Belagerungszustand  (Forts.).  Uebersicht  siehe  S.  6333.
II.  Durchführung  während  des  Krieges.  12.  Zensur.

mungen.  Da  sie  an  zahlreichen  Stellen

gegen  die  geltenden  Bestimmungen  verstößt,

kann  die  beabsichtigte  Verwertung  nicht  gestattet
  werden.“

Die  Annexionistenschrift  „Lehmann's  Kriegsziele“
  wird,  ungehindert  von  den  Zensurstellen,
im  ganzen  Staat  in  großen  Massen  verbreitet.

Was  gedenkt  der  Herr  Reichskanzler  zu  tun,
um  dem  verletzten  Recht  Geltung  zu  verschaffen?:
Bd.  321,  Nr.  925.

Bd.  310,  115.  Sitz.  S.  3565  B.  —

wortet.

Anfrage  Dittmann,  Vogtherr:  Der  amtliche  stenographische
  Bericht  über  die  Reichstagsverhandlungen
  vom  19.  und  20.  Juli  1917  ist  vom
Verlage  der  „Leipziger  Volkszeitung“  unter  dem
Titel  „Reichstag  und  Reichskanzler  über  die  Kriegsziele“
  als  Broschüre  herausgegeben  worden.  Die
Broschüre  enthält  die  Reden  der  Vertreter  aller
Parteien,  sowie  die  Rede  des  Herrn  Reichskanzlers
Dr.  Michaelis  ohne  irgendwelche  Zusätze,  Fortlassungen
  oder  Hervorhebungen  getreu  nach  dem
amtlichen  Bericht.  Darnach  genießt  die  Broschüre
den  Schutz  des  Artikels  22  der  Reichsverfassung,
wonach

wahrheitsgetreue  Berichte  über  Verhandlungen

  in  den  öffentlichen  Sitzungen  des

Reichstags  von  jeder  Verantwortlichkeit  freibleiben.



Trotzdem  ein  Hinweis  auf  diese  Verfassungsbestimmung
  auf  der  Titelseite  der  Broschüre  angebracht
  und  die  Broschüre  ausdrücklich  von  der
Zensurstelle  des  Leipziger  Generalkommandos  freigegeben
  worden  ist,  hat  der  Polizeipräsident  von
Stettin  unter  dem  20.  September  1917  dem
dortigen  Parteisekretär  Horn  von  der  Unabhängigen
Sozialdemokratischen  Partei  folgenden  Bescheid
erteilt:

„Die  Genehmigung  zur  Verteilung  der

Druckschrift  „Reichstag  und  Reichskanzler

über  die  Kriegsziele“  kann  nicht  erteilt

werden.“

Was  gedenkt  der  Herr  Reichskanzler  zu  tun,
um  vom  Stettiner  Polizeipräsidenten  die  Respektierung
  der  Reichsverfassung  zu  erzwingen,  Reichstag
  und  Reichskanzler  vor  solcher  verfassungswidrigen
  Unterdrückung  ihrer  Meinungsäußerungen
durch  die  Militärbefehlshaber  zu  schützen  und  der
Oeffentlichkeit  das  Recht  auf  Kenntnisnahme  der
Kundgebungen  des  Parlaments  und  des  Reichskanzlers
  zu  sichern?:  Bd.  322,  Nr.  1057.

Bd.  310,  121.  Sitz.  S.  3681  D.  —  Beantwortet.



Anfrage  Dr.  Herzfeld:  Den  amtlichen  stenographischen
Bericht  der  Reichstagsverhandlungen  vom  19.  und
20.  Juli  1917  ohne  irgendwelche  Zusätze  oder
Fortlassungen  oder  Hervorhebungen  hat  seinerzeit
die  „Leipziger  Volkszeitung“  als  Broschüre  unter
dem  Titel  „Reichstag  und  Reichskanzler  über  die
Kriegsziele“  herausgegeben.  Sie  enthält  die  Rede
des  damaligen  Reichskanzlers,  Herrn  Dr.  Michaelis,
sowie  die  Reden  aller  Parteien  zur  Kriegszielfrage.
  Der  Polizeipräsident  von  Stettin  hat  durch
Verfügung  vom  20.  September  1917  die  Verteilung
  der  Druckschrift  verboten.

Am  28.  September  1917  hat  der  Abgeordnete
Dittmann  unter  Nr.  1057  der  Reichstags-Druck-Beant-





Belagerungszustand  (Forts.).  Uebersicht  siehe  S.  6333.
II.  Durchführung  während  des  Krieges.  12.  Zensur.

sachen  angefragt,  was  der  Herr  Reichskanzler  gegen
diese  Verletzung  des  Artikels  22  der  Reichsverfassung
  und  diese  verfassungswidrige  Unterdrückung
der  Meinungsäußerung  des  Reichskanzlers  und
Reichstags  zu  tun  gedenke.

In  der  Plenarsitzung  des  Reichstags  vom
5.  Oktober  1917  hat  der  Herr  Vertreter  des
Reichskanzlers  geantwortet,  daß  die  Angelegenheit
der  Prüfung  des  Obermilitärbefehlshabers  unterliege.


Ich  wiederhole  die  obige  Anfrage  des  Herrn
Abgeordneten  Dittmann  an  den  Herrn  Reichskanzler:
  Bd.  324,  Nr.  1472.

Bd.  312,  151.  Sitz.  S.  4731  D.  —  Abgesetzt.

 

157.  Sitz.  S.  49000.  —  Beantwortet.

c)  Erörterung  über  Lebensmittelversorgung  und
Wirtschaftspolitik:

Bd.  306,  32.  Sitz.  S.  718B,  737  A.
Bd.  307,  53.  Sitz.  S.  1234D,  1238  B,  1245  B.
54.  Sitz.  S.  1271B,  C.
55.  Sitz.  S.  1323C.
Bd.  308,  66.  Sitz.  S.  1784B.
70.  Sitz.  S.  1911  D,  1917B,  19310D.
Bd.  310,  107.  Sitz.  S.  3312  A,  3356  B.
Bd.  311,  126.  Sitz.  S.  3898D.

Petition  der  Vereinigung  der  Milchproduzenten  in
Stuttgart  um  Zulassung  des  Abdrucks  wirtschaftlicher
  Artikel,  die  keinerlei  militärische  Einrichtungen
  und  Vorkehrungen  berühren:

Mündl.  Ber.  des  Haush.-Aussch.:  Bd.  322,
Nr.  1060  Ziff.  IIc.

Bd.  311,  126.  Sitz.  S.  3935A.  —  Ueberweisung

  als  Material.

Anfrage  Krätzig:  Am  2.  März  1918  ist  folgende,
die  Kritik  der  Geschäftsführung  der  Reichsbekleidungsstelle
  unterbindende  Zensurverfügung
ergangen:

„Anscheinend  durch  eine  Korrespondenz  ist
in  den  Zeitungen  eine  Meldung  über  die
beabsichtigte  Altkleiderbewirtschaftung  der
Reichsbekleidungsstelle  veröffentlicht  worden,
die  zu  erheblicher  Beunruhigung  geführt
hat.  Die  Reichsbekleidungsstelle  macht  die
Zeitungen  auf  die  Zensurbestimmungen  aufmerksam,
  wonach  über  Abgabe  von  Arbeiterkleidung
  und  Stoffen  für  die  Rüstungsindustrie
  und  über  Planungen  der  Reichsbekleidungsstekle
  im  allgemeinen  nichts
veröffentlicht  werden  darf.

Die  Reichsbekleidungsstelle  bittet  die
Zeitungen,  sich  nach  den  Bestimmungen  zu
richten,  wodurch  sie  gezwungen  ist,  gegen
alle  Zeitungen,  die  Unzulässige  Veröffentlichungen
  bringen,  einzuschreiten.“

Was  gedenkt  der  Herr  Reichskanzler  zu  tun
gegen  diese  Zensurverfügung,  die  verstößt  gegen
die  von  der  Regierung  abgegebene  Erklärung,  daß
sich  die  Tätigkeit  der  Zenfur  auf  militärische,  die
Kriegführung  betreffende  Angelegenheiten  beschränken
  soll:  Bd.  323,  Nr.  1379.

Bd.311,  143.  Sitz.  S.4450  A.  —  Beantwortet.

d)  Rechtspflege,  Mißbrauch  des  Ausschlusses  der
Oeffentlichkeit,  Einfluß  der  politischen  Zensur,
Klassenjustiz:  Bd.  309,  90.  Sitz.  S.  2683B,  26848.