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und zur Wüste geworden. So füllt die Wüste Gobi oder Schamo fast die ganze
Mongolei aus, die den nördlichen Teil des Hochlandes einnimmt. Der südliche Teil
des Hochlandes heißt Tibet, der westliche Ostturkistan oder die hohe Tartarei.
3. Das eigentliche China wird im Süden von den chinesischen Alpen, im
Norden von dem großen chinesischen Tieflande angefüllt, das vom Hoangho und
Jangtsekiang durchflossen wird. Der gelbe Lehmboden der Tiefebene ist von unerschöpflicher
Fruchtbarkeit. Er hat daher eine ungemein dichte Bevölkerung hervorgerufen,
besonders an den Mündungen der großen Flüsse. Dort ist eine Strecke
von mehr als 100 Meilen fast wie mit einer einzigen Stadt bedeckt. Man sieht
selbst auf dem Wasser kleine Dörfer, die stromauf und stromab schwimmen. Jede
Familie hat einen kleinen Kahn zu ihrer Wohnstätte eingerichtet und zieht auf
Flößen einen kleinen Garten hinter sich her. Hier im Tieflande liegen auch die
größten Städte Chinas, so die Hauptstadt Peking (1 1/2 M.), das durch seine
Seiden= und Baumwollenwebereien bekannte Nanking, sowie die Hafenstadt
Shanghai, von wo viel Seide und Thee ausgeführt wird.
4. Bodenerzeuguisse. Die übergroße Bevölkerung Chinas zwingt die Bewohner
zur denkbar größten Ausnutzung des Bodens. Jedes Fleckchen Erde wird
sorgsam angebaut, und durch reichliche Düngung erzielt man 2—3 Ernten im Jahre.
Bleibt aber einmal der Sommerregen aus, dann entsteht bei der starken Übervölkerung
sehr große Hungersnot. Alljährlich wandern daher Tausende nach Amerika
und Australien aus, um dort ihr Brot zu suchen. In der Ebene baut man viel
Weizen und Reis. Auf den Bergen des Südens wächst der Maulbeerbaum. Er
hat eine so großartige Zucht der Seidenraupe bewirkt, daß China mehr als die
Hälfte aller Seide der Erde hervorbringt. Auch Baumwolle und besonders Thee
wird hier im Süden in großen Mengen gebaut. China liefert ja nicht nur den
besten, sondern auch den meisten Thee und zwar dreimal so viel als alle übrigen
Theeländer der Erde zusammen. Der Haupthandelsplatz für Thee ist die Hafenstadt
Kanton (an 2 M.). Alljährlich wird hier für mehr als 50 Millionen Mark
Thee zu Schiffe verladen. (Südöstlich von Kanton liegt die von den Engländern
besetzte Felseninsel Hongkong mit Victoria (100 T.).
5. Die Chinesen gehören der mongolischen Rasse an. Das Gesicht der
Männer erscheint durch die hervorstehenden Backenknochen fast eckig, das der Frauen
ist dagegen auffallend rund. Die Augen sind schief geschlitzt, die Nase ist an der
Wurzel eingedrückt und sehr klein. Das Haar wird bis auf einen Büschel ganz
und gar abgeschoren, dieser Büschel aber zu einem meterlangen Zopfe geflochten,
auf den jeder Chinese überaus stolz ist. — Der Chinese ist sehr arbeitsam, dabei
im Essen und Trinken äußerst mäßig. In Porzellan, Lackarbeiten und Schnitzereien
leistet er ganz Vorzügliches. Kompaß und Buchdruckerkunst waren ihm früher bekaunt
als dem Europäer. Auch das Pulver kannte er, nicht aber seine Verwendung
zum Schießen. Aber der Chinese bleibt beim alten stehen und schreitet mit
der Zeit nicht vorwärts. Sogar die 1876 erbaute erste Eisenbahn lag lange Zeit
unbenutzt da, weil man fürchtete, durch ihr Geräusch die Ruhe der Toten zu stören.
In neuster Zeit scheint man jedoch von diesem Glauben zurückgekommen zu sein;
denn es sind bereits mehrere Bahnen im Bau begriffen. — Die Religion der Chinesen
ist ein grober Götzendienst. In prachtvollen Tempeln verehrt das Volk fratzenhafte
Götzen, deren Gunst es durch Opfer zu erlangen sucht. In jedem Hause befindet
sich ein Götze, dem die Hausgenossen täglich ihr Anliegen im Gebete vortragen,
den sie aber auch züchtigen, wenn er ihren Wunsch nicht erfüllt. Seit vielen Jahren
sind zahlreiche Missionare bemüht, die Lehre Christi hier zu verbreiten. Doch richten
sie wenig aus und werden häufig von den Chinesen verfolgt und getötet.
6. Der Kaiser, von den Chinesen „Sohn des Himmels“ genannt, ist der
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