Full text : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

„Die  Kriegsgefahren  entstammen  also  nicht  den  Maßnahmen  der
Kabinette,  sondern  Umständen,  die  zu  ändern  nicht  in  ihrer  Macht  liegt.‘
Baron  Greindl.  Berlin,  9.  Juni  1888  (Fehlspruch,  $.  37)

„Deutschland  hat  selbst  bei  einem  glücklichen  Kriege  nichts  zu  gewinnen
  und  wird  ihn  daher  hinausschieben,  so  lange  wie  irgend  möglich.‘
Wie  vorstehend  (Fehlspruch,  S.  37)

(Rußlands  abwartende  Haltung  wurde  vielleicht  nur  vorgespiegelt),
„um  desto  besser  die  Rüstungen  und  Truppenbewegungen  im  geheimen
stattfinden  zu  lassen,  die  allen  gegenteiligen  Versicherungen  zum  Trotz  an
der  österreichischen  und  deutschen  Grenze  stattgefunden  haben.“

Eggermont.  Petersburg,  19.  Juni  1888  (Fehlspruch,  S.  38)

„Offensichtlich  befleißigt  sich  die  russische  Diplomatie  augenblicklich
  der  größten  Klugheit,  um  Deutschland  keinen  Vorwand  zu  einer  feindseligen
  Haltung  zu  lassen.  Aber  es  besteht  Grund  zur  Annahme,  daß  die
Handlungen  keineswegs  mit  den  Worten  im  Einklang  stehen,  und  daß
Rußland,  während  es  ganz  optimistische  Auffassungen  zur  Schau  trägt,
sich  mehr  als  je  auf  die  düstersten  Möglichkeiten  vorbereitet.“

Eggermont.  Petersburg,  22.  Juni  1888  (Fehlspruch,  S.  38)

„Auf  die  Dauer  ist  es  unmöglich,  den  Ausbruch  von  Feindseligkeiten
zwischen  zwei  benachbarten  Staaten  zu  verhindern,  die  fast  gleich  stark

sind,  und  deren  Interessen  gegeneinander  laufen.“
Baron  Greindl.  30.  Juni  1888  (Fehlspruch,  S.  39)

1889

„Die  slawophile  Presse,  ich  könnte  auch  sagen:  die  russische  Presse
mit  wenigen  Ausnahmen,  läßt  gegenüber  ihrem  Erbfeinde,  d.  h.  dem
Deutschen,  niemals  die  Waffen  ruhen.  Unaufhörlich  greift  sie  die  Politik
ihrer  Nachbarn  an  und  trägt  ihre  Abneigung  gegen  die  deutsche  Nation
und  ihre  Regierung  zur  Schau.“

|  Petersburg,  9.  Februar  1889  (Fehlspruch,  S.  44)

„Ich  würde  es  für  überflüssig  halten,  Ihnen  Tag  für  Tag  von  den
beunruhigenden  Gerüchten  zu  schreiben,  die  auftauchen  und  das  Ergebnis
des  unnatürlichen  Zustandes  von  Nervosität  sind,  in  dem  sich  das  Europa
unserer  Tage  mit  seinen  fürchterlichen  Rüstungen  befindet.  Es  liegt
keine  unmittelbare  Gefahr  vor,  daß  der  Friede  gestört  wird,  man  kann
ihn  für  mehrere  Monate  garantieren,  abgesehen  von  Zwischenfällen,  die
menschlicher  Verstand  nicht  voraussehen  kann:  was  die  Zukunft  betrifft,
so  sind  zu  viele  Wolken  am  Horizont,  als  daß  man  hoffen  könnte,  das
Unwetter  würde  vorüberziehen.

Petersburg  (ohne  Datum),  Juni  1889  (Fehlspruch,  S.  47/48)

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