Full text : Europäischer Geschichtskalender. Fünfter Jahrgang. 1864. (5)

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Deutschland.

3.  Febr.  (Deutsch-dänischer  Krieg).  Die  Oesterreicher  erstürmen















Jagel  und  den  Königsberg  und  dringen  siegreich  bis  zum  Danewerk
  vor.  

„  ,,  (Schleswig).  Preußen  ernennt  den  Frhrn.  v.  Zedlitz,  früheren
Polizeipräsidenten  von  Berlin,  Oesterreich  den  Grafen  Revertera  zu
Civilcommissären  für  das  Herzogthum  Schleswig.

„  ,,  (Holstein).  Ein  preuß.  Telegraphenbeamter  nimmt  auf  Befehl
Wrangels  von  der  Telegraphenstation  Rendsburg  Besitz  und  verlangt
sämmtliche  Stationen  an  der  Bahn.  Der  Bundesgeneral  Hake  gibt
dem  holsteinischen  Beamteten  12  Mann  zum  Schutz;  die  Besetzung
weiterer  Stationen  unterbleibt  darauf.

„  ,,  (Württemberg).  Der  Finanzminister  verlangt  von  der  II.  Kammer
  750,000  fl.  für  Kriegsbereitschaft.

4.  „  (Bundestag).  Der  Bericht  von  d.  Pfordten  als  Referenten
der  vereinigten  Ausschüsse  über  die  holsteinische  Erbfolgefrage  liegt
in  seinem  ersten  Theile  endlich  gedruckt  vor.

„  ,,  (Holstein).  Das  Consistorium  der  Universität  Kiel  beschließt,
dem  König  von  Preußen  eine  Adresse  um  Anerkennung  des  Herzogs
Friedrich  durch  eine  Deputation  überreichen  zu  lassen.

5.  „  (Deutsch-dänischer  Krieg).  Die  Dänen  räumen  das  Danewerk

  und  bewerkstelligen  ihren  Rückzug  hinter  die  Düppler  Schanzen
und  nach  der  Insel  Assen.

„  ,,  (Golstein).  Wrangel  lehnt  die  Forderung  Hake's,  ihm  die  6  zu
Holstein  gehörigen  und  nun  von  den  Alliirten  besetzten  Dörfer  auszuliefern,
  ab.

„  ,,  (Sachsen).  Die  I.  Kammer  tritt  den  Beschlüssen  der  II.  Kammer
  vom  22.  Jan.  bei.

6.  „   (Deutsch-dänischer  Krieg).  Die  Oesterreicher  besetzen  Schleswig
  und  brechen  alsbald  zur  Verfolgung  der  abziehenden  Dänen
auf.  Gefecht  bei  Oeversee.

„  ,,  (Schleswig).  Herzog  Friedrich  wird  in  der  Stadt  Schleswig
sofort  als  Landesherr  proclamirt.

7.  „  (Schleswig).  Die  Preußen  und  Oesterreicher  rücken  in  Flensburg
  ein.  Eine  Proclamation  Wrangels  zeigt  den  Schleswigern
die  Einsetzung  der  österreichisch-preußischen  Civilcommissäre  an:

„...  Jeder  Beamte,  der  sich  dieser  Autorität  nicht  ohne  Weiteres  unterwerfen
  sollte,  hat  seine  sofortige  Entfernung  aus  dem  Amte  zu  gewärtigen.
Die  deutsche  Sprache  ist  fortan  die  Geschäftssprache.  Politische  Demon-=strationen,
  welche  irgend  einer  anderen  Richtung  als  derjenigen  gelten,
welche  die  zur  Kriegsführung  verbundenen  Regierungen  der  beiden  deutschen
Großmächte  gemeinschaftlich  verfolgen,  und  Versuche,  irgend  einer  anderen
  Autorität  Eingang  zu  verschaffen,  untersage  ich  ausdrücklich,
und  bemerke,  daß,  wenn  solche  dennoch  vorkommen  sollten,  die  Urheber  und
Theilnehmer  derselben  nachdrücklichst  bestraft  werden  sollten.  Die  Betheiligung
von  Beamten  an  solchen  Demonstrationen  und  Versuchen  wird,  neben  anderweitigen
  gesetzlichen  Strafen,  die  sofortige  Entfernung  aus  dem  Amte  zur

Folge  haben.“