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Artikel 6.
Mie dem Tage der Bekanntmachung des
gegenwärtigen Gesebes treten die in dem
Strasgesehzbuche vom Jahre 1813 enthaltenen
Vorschriften über körperliche Züchtigung,
Widerruf und Abbitte für alle noch
nicht rechtekräftig abgeurtheilten Straffälle
außer Wirksamkeit.
Start diase Strafen soll, je nachdem
sie als Haupestrafen oder nur als Schärfungen
zu verhängen wären, auf verhältnißmäßiges
Gefängniß oder auf eine Zudere Schärfungsart
erkannt werden.
Ebenso soll in densenigen Fällen, in
welchen die körperliche Züchtigung als Disciplinarstrafe
wegen ungebührlichen Benehmens
während der Untersuchung angedroht
ist — Strafgesehbuch Th. II. Art. 56. und
187. — eine verhältnißmäßige Gefängnißstrafe,
und wenn der Schuldige sich schon
im Verhafte befinder, eine Schärfung des
Gefängnisses eintreten.
Die nach Strafsgesetztuch Th. II. Ar:.
188. bis 195. einschließlich angeordneten Un
gehorsamsstrafen sind gänzlich aufgehoben.
Artikel 7..
Die Staateregierung isi ermächtiget, unt
Zustimmung der im Artikel 1. erwähnten
Ausschüsse
38
. die Bestimmungen des Strafgesetzbuches
über Rückfall Th. 1. Art. 112.— 117;
2. die Strafbestimmungen der Verordnung
vom 9. August 1806, das Verbrechen
des Wilddiebstahls betreffend, g. 1.
bis F. 20.;
—
3. die Bestimmungen aller jener Verord—
nungen, welche die körperliche Züuchtigung
als polizeiliches oder militérisches
Strafmittel zulassen, aufzuheben,
und durch angemessenere Vorschriften
zu ersehen;
den ordentlichen unmikttelbaren Gerichten
zu überweisen, die Judikatur
a) in allen Aufschlagsdefraudatienen
und
b) in Wildschadens Sachen.
—
—
Artikel 8.
Die Staatsminisier der Justiz, des In—
nern, der Finanzen und des Kriegs sind
mit dem Vellzuge dieses Gesetzes beauftragt;
ste haben zu dem Ende die für Formation
der Strasgerichte, so wie für Einführung
und allmählige Entwicklung des
Institures der Staatsanwaltschaft erforderlichen
Einrichtungen und Anordnungen provisorisch
und vorbehaltlich der Verlage an
die nächste Stinde Versammlung auf dem
Wege der Verordnung zu trefäen.