140 JNos Veutsche Reich und seine einzelnen Glieder. (Sept. 16. 19.)
An den Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten in Buffalo,
Amerika. Tief bewegt durch die Nachrichten über den vorzeitigen Tod des
Präsidenten Mac Kinley eile Ich, Ihnen die tiefste und herzlichst gefühlte
Sympathie des deutschen Volkes für die große amerikanische Nation auszudrücken.
Deutschland trauert mit Amerika um den edlen Sohn Amerikas,
der in Erfüllung seiner Pflicht gegen sein Land und Volk das Leben verlor.
gez. Wilhelm I. R.
Frau Mac Kinley, Buffalo. Ihre Majestät die Kaiserin und Ich
selbst bitten Sie, den Ausdruck Unserer aufrichtigsten Trauer bei dem Verlust
entgegenzunehmen, den Sie durch den Tod Ihres von ruchloser Mörderhand
gefallenen geliebten Gatten erlitten haben. Möge Gott, der Ihnen
so manche Jahre des Glücks an der Seite des Dahingeschiedenen schenkte,
Ihnen die Kraft geben, um den schweren Schlag zu überwinden, mit dem
er Sie heimgesucht hat. gez. Wilhelm I. R.
16. September. (Berlin.) Der Gesamtvorstand des Bundes
der Industriellen erklärt sich im allgemeinen für den Zolltarifentwurf,
obwohl er Bedenken gegen den Doppeltarif hat.
19. September. (Danzig.) Der Kaiser richtet folgendes
Dankschreiben an den Oberpräsidenten von Westpreußen:
Ich kann es Mir am heutigen Schluß der diesjährigen Manöver
nicht versagen, erneut zum Ausdruck zu bringen, wie wohlthuend Uns die
vielen Beweise treuer Liebe und Anhänglichkeit berührten, die Mir und
der Kaiserin in diesen Tagen aus allen Kreisen der Bevölkerung entgegengebracht
worden sind. Wie in Danzig, so wetteiferten an allen Orten die
Bewohner, ihre Königstreue und ihre patriotische Gesinnung durch jubelnde
Begrüßungen und festlichen Schmuck der Häuser und Straßen kundzugeben.
Bewegten Herzens spreche Ich hiefür Unseren herzlichsten Dank aus und
beauftrage Sie, dies zur Kenntnis der Provinz zu bringen. Einem Teil
der Provinz mußte durch die Manöver, trotz der in diesem Jahre herrschenden
landwirtschaftlichen Schwierigkeiten, eine besonders hohe Einquartierungslast
auferlegt werden. Mit besonderem Dank erkenne Ich daher die vortreffliche
und bereitwillige Aufnahme an, welche die Truppen in allen
Kreisen und Ortschaften fanden.
Danzig, an Bord der „Hohenzollern“, 19. September.
Wilhelm R.
19. September. (Danzig.) Der Kaiser richtet folgendes
Handschreiben an den Oberpräsidenten von Ostpreußen:
Es war Mir eine wahre Herzensfreude, daß Mich die Manöver in
diesem Jubeljahr des preußischen Königtums in Meine getreue Provinz
Ostpreußen führten. Der herzliche patriotische Empfang, der Mir und der
Kaiserin, Meiner Gemahlin, seitens der Provinz wie von Meiner Hauptund
Residenzstadt Königsberg bereitet worden ist, berührte Uns überaus
wohlthuend. Ich darf darin den beredten Ausdruck jener bewährten Treue
erblicken, mit welcher die Provinz allezeit zu Meinem Hause stand. Ich nehme
gerne Veranlassung, hiefür Unseren warm empfundenen Dank auszusprechen.
Indem Ich Sie beauftrage, dies zur Kenntnis der Provinz zu bringen, füge
Ich zugleich den Ausdruck Meiner lebhaften Genugthuung und dankenden
Anerkennung für die vortreffliche Aufnahme hinzu, welche die Truppen trotz
der gesteigerten Einquartierungslast in allen Kreisen und Ortschaften fanden.
Danzig, an Bord der „Hohenzollern“, am 19. September.
Wilhelm I. k.