Full text : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreißigster Jahrgang. 1914. Zweite Hälfte. (55b)

Mai.  7

10.  Apr.  Manifest  des  Kaisers  von  Rußland  bezüglich  Wiederherstellung  der  Verfassung

  von  Finnland.

13.4.    Der  Bey  von  Tunis  beschwört  feierlich  die  seinem  Lande  gegebene  Verfassung.
14.4.    Fort  Sumter  ergibt  sich  nach  kurzer  Beschießung  an  den  Commandanten  des



















amerikanischen  Südbundes,  General  Beauregard.

15.4.  Der  Präsident  der  nordamerikanischen  Union  ruft  75,000  Mann

Milizen  unter  die  Waffen  und  den  Congreß  auf  den  4.  Juli  nach  Washington.

16.4.  Der  Landtag  von  Istrien  verweigert  zum  zweiten  Mal  die  Beschickung  des

österreichischen  Reichsrathes  und  wird  in  Folge  davon  aufgelöst.

17.4.  Proclamation  des  Präsidenten  des  nordamerikanischen  Südbundes,  Davis,

betr.  Kaperbriefe.

18.4  Der  Landlag  von  Dalmatien  beschließt,  den  croatischen  Landtag  nicht  zu

beschicken  und  wählt  dagegen  Abgeordnete  in  den  Reichsrath.

19.4.  Der  Landtag  von  Tyrol  erklärt  sich  mit  großer  Mehrheit  für  Glaubenseinheit

  und  gegen  die  Giltigkeit  des  Protestantenpatents  für  Tyrol.

20.4  Der  Landtag  von  Tyrol  lehnt  den  Antrag  der  Wälschtyroler  auf  einen  gesonderten

  Landtag  ab.

20.4.  Der  Unionspräsident  Lincoln  erklärt  durch  Proclamation  die  Häfen  des

Südbundes  in  Blokadezustand.

26.4.  Der  Landtag  von  Galizien  beschließt  die  Vornahme  der  Reichsrathswahlen,

jedoch  unter  ausdrücklichem  Vorbehalt  der  Autonomie  und  der  historischen
Rechte  des  Landes.

26.4.  Die  Central-Congregation  des  lombardisch-venetianischen  Königreichs  beschließt

  keine  Wahlen  in  den  österreichischen  Reichsrath  vorzunnehmen.  Die
k.  k.  Statthalterei  anerkennt  auf  Befehl  des  Staatsministers  die  erfolgten
Minoritätswahlen.  Keiner  der  Gewählten  nimmt  das  Mandat  an.

1.  Mai.  Eröffnung  des  österreichischen  Reichsraths.  Thronrede  des  Kaisers.
4.5.  Der  englische  Vicekanzleigerichtshof  entspricht  dem  Verlangen  Oesterreichs  und

verurtheilt  die  im  Auftrage  Kossuths  angefertigten  ungarischen  Banknoten
zur  Vernichtung.

7.5.  Das  preußische  Herrenhaus  nimmt  die  Grundsteuervorlagen  der  Regierung

schließlich  doch  mit  110  gegen  81  Stimmen  an.

13.5.    Der  ungarische  Landtag,  einstimmig  für  die  volle  Wiederherstellung  der

Gesetze  von  1848,  zerfällt  in  zwei  fast  gleich  starke  Parteien,  von  denen  die
eine  die  Rechte  des  Landes  durch  einen  Beschluß,  die  andere  in  einer  Adresse
an  den  Kaiser  wahren  will.  Rede  Deaks.

13.5.    Neutralitälserklärung  Englands  bezüglich  der  nordamerikanischen  Wirren.

13.5.  Allgemeiner  deutscher  Handelstag  in  Heidelberg.

15.5.  Die  Steuern  in  Ungarn  werden  von  der  österreichischen  Regierung  durch



Militärexecution  eingetrieben.

21.5.  Unruhen  in  Mailand.  Der  bischöfliche  Kapitelverweser,  der  sich  weigert,  am  Nationalfeste

  vom  2.  Juni  Theil  zu  nehmen,  wird  genöthigt,  die  Stadt  zu  verlassen.

21.5  Graf  Ponza  di  San  Martino  tritt  an  die  Stelle  des  Prinzen  Cariguen

als  Statthalter  von  Neapel.  Großartige  Ausdehnung  der  Brigantaggio