Contents : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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Was  endlich  die  von  Dithmar  dem  Gunzelin  gegebene  Benen—
nung  „Cukesburgiensi“  betrifft,  so  wollen  wir  hier  nur  daran  erinnern,
  daß  nicht  nur  Benjamin  Leuber  63),  sondern  auch  Andere
  64)  seine  Abstammung  „von  der  merseburg-schkenditzer
Linie“  (7)  bezeichnen,  was  freilich  durch  nichts  grundlich  diplomatisch
  nachgewiesen  worden  ist.  Es  bleibt  daher  vorläufig  noch
ein  Problem,  warum  Dithmar  ihn  den  „Kukesburger“  nannte.
Vielleicht  sind  andere  Forscher  so  glücklich,  dieses  Problem
zu  lösen,  wenn  es  nicht  bereits  ohne  unser  Wissen  schon  gelöst  ist;
aber  so  viel  steht  wohl  fest,  daß  nach  der  genanen  Prüfung  der
obenangeführten  Stelle  des  Dithmar  die  Vethenici  nicht  zu
deutsch  „Kuckeburger“  hießen.  Dr.  S.

Aphorismen  zur  Geschichte  der  Musik  in  Sachsen
vor  1548,  dem  Stiftungsjahre  der  Hofeantorei
in  Dresden.

Schon  bei  uusern  flavischen  Vorfahren  zeigte  sich  ein  reger
Sinn  für  die  Tonkunst;  dies  zeigt  schon  die  große  Anzahl  der
Volkslieder,  die  sich  auf  unsere  Wenden  1)  vererbt  hat.  —  Die
jedem  Menschen  verliehene  Erhebung  der  Stimme  war  zuverlässig
auch  bei  ihnen  das  Erste,  was  ihrer  Freude  und  ihrem  Muthe,
wie  ihrem  Leide  Flügel  gab,  ehe  sie  daran  dachten,  Werkzeuge  zu
erfinden,  aus  denen  sie  Töne  locken  konnten,  um  dadurch  gleichsam
  der  natürlichen  Stimme  ihrer  Brust  eine  künstliche  Unterstützung
zu  geben,  oder  da,  wo  diese  nicht  hinlänglich  oder  anwendbar
war,  ein  Surrogat  zu  schaffen.  —  So  viel  uns  aus  den  Chronisten
  des  11.,  12.  und  13.  Jahrhunderts,  die  die  Slaven  nicht
blos  nebenbei  erwähnen,  bekannt  ist,  war  sogar  die  Musik  eine
ihrer  größten  Frenden,  obschon  die  Ausbildungsstufe  der  slavischen
Tonkunst  vor  jener  Zeit  der  Christianisirung  in  einem  Verhältnisse
zur  jetzigen  (besonders  zu  der  der  Czechen  im  19.  Jahrhunderte)
wie  ihr  so  beliebter  Dudelsack  (gozla  oder  duda)  zu  einem

—..  —  —  —

Otto  lll.  in  der  Urkunde  vom  5.  Juli  993  bemerkt:  „in  proximis  burguuardiis
per  cirzuitum  iacentibus,  quae  Perlincant  ad  comialum  Eggihardi  Marchionis,
Dribani  et  Zolini.

63)  Catalogns  Comitum,  Marchionum  elc.  Saxoniac  bei  Mencken,  Scr.  Ber.
Cerm.  Tom.  III.  pag.  1851  HI.  Ist  zwar  in  Kroyssig's  Beiträgen  Bd.  1.
S.  282  ff.  widersprochen.

51)  Limmer,  Gesch.  des  Osterlandes  S.  74  ff.  und  Pleisnerland  S.  122
f.  2c.  —  Ueber  den  Gunzelin  und  sein  Verhältniß  zu  Meißen  an  einem
andern  Orte.  #

1)  Höchst  verdienstlich  ist  die  Herausgabe  derselben  von  Haupt  2c.
Es  ist  ein  wahres  Prachtwerk  zu  nennen.