Full text : Sammlung der Gesetze und Verordnungen für das Königreich Sachsen vom Jahre 1834. (3)

(368  )

G.  42.
Gewerbe=  und  Personalsteuersreiheit  des  Staatsfiscus,  milder  Stiftungen  2c.
Der  Personalsteuer  sind  moralische  Personen  nicht  unterworfen.
Auch  von  der  Gewerbesteuer  bleiben  der  Staarsfiscus,  Kirchen,  fromme  und  milde
Sciftungen  frei.  -„
c.  43.

Bewilligung  temporairer  Befreiungen  oder  Ermäsigungen.

Temporaire  Befreiungen  und  Ermäsigungen  der  Gewerbe=  und  Personalsteuer,  aus
Rücksiche  des  allgemeinen  Besten  und  bei,  in  indivlduellen  Verhälenissen  liegender,  begründeter
  Veranlassung,  z.  B.  für  neu  entstehende  Gewerbe,  für  Gewerbetreibende,  welche  von
Unglücksfällen  betroffen  worden  sind  u.  s.  w.  können  vom  Finanz-Ministerium  auf  Ansuchen

bewilligt  werden.
II.  Abschnitt.

Von  der  Erhebungsweise.

.  44.
Cataster.

Die  Gewerbe=  und  Personalsteuer  wird  nach  aufzustellenden  Catastern  erhoben.

G.  45.
Bildung  von  Districts-Commisssonen.

Zu  Aufstellung  dieser  Cacaster  werden  Districes  -Commisssonen  für  seden  Steuerbezirk
gebildet,  welche  in  den  Städten,  aus  den,  für  den  ganzen  Bezirk,  von  dem  Finanz-Mitnisterium
  und  dem  Ministerium  des  Innern  zu  bestimmenden  Commissarien  und  aus  den
Deputirten  der  Seadcräthe  und  Stadtverordnecen,  auf  dem  tande  aus  solchen  Commissarien
  und  aus  Deputirten  der,  mit  Gemeindeämtern  beauftragten  oder  sonst  von  den  Commissarien
  zu  erwählenden  Personen  zusammengesetzt  werden.

K.  46.

Einreichung  von  Einwohner-Verzeichnissen.

Jede  Obrigkeit  hat  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  ein  vollständiges  Verzeichniß  der,
im  Gemeindebezirk  wohnhaften  Personen  nach  vorgeschriebenem  Formular  zu  der,  von  der
Districts-Commission  zu  bestimmenden  Zeic,  an  selbige  abgegeben  werde.

Die  Obrigkeiten  sind  dem  Sctaate  für  die  Vollständigkeic  und  Richrigkeic  dieser  Verzeichnisse
  verantwortlich.  Gleiche  Verankwortlichkeit  criffe  die  Gemeindemitglieder  oder  andere
Individuen,  welche  die  darin  wahrgenommenen  Mängel  oder  Unricheigkeicen  veranlaßt  haben.