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Fachstudium zu überzeugen, ferner daß es den Bildungsgang der
obersten Klafse nicht überschreitet, insbesondere Hauptpunkte der
Logik und der empirischen Psychologie zu diesem Zwecke zu ver—
wenden, endlich daß die philofophische Propädeutik aus anderen
Lehrgegenständen der Schule zwar Unterstützung findet, aber durch
sie nicht ersetzt wird. Aber die Befähigung zu einem das Nachdenken
der Schüler weckenden, nicht sie verwirrenden oder üÜberspannenden
oder ermüdenden philosophischen Unterrichte ist verhältnismäßig
so selten, daß sich nicht verlangen oder erreichen läßt, sie in
jedem Lehrkollegium eines Gymnasiums vertreten zu finden. Daher
wird die Aufnahme dieses Lehrgegenstandes der Erwägung des einzelnen
Direktors mit den dazu geneigten und durch ihre Studien
vorbereiteten Lehrern zu überlassen sein, wobei dem Königl. Provinzial-Schulkollegium
sein ordnungsmäßiger Einfluß durch die ihm
obliegende Prüfung und Genehmigung des Lehrplanes gesichert ist.
Erwähnt wird der Gegenstand an dieser Stelle, weil am häufigsten
und natürlichsten der Lehrer des Deutschen in der obersten Klasse
diesen Gegenstand übernehmen wird; im Interesse sowohl des deutschen
als des philosophisch-propädeutischen Unterrichtes ist es wünschenswerth,
daß Lehrer des Deutschen die Befähigung für den
letzteren Unterricht erwerben. Jedoch ist die Aufnahme der philosophischen
Propädeutik in den Lehrplan des Gymnasiums selbstverständlich
nicht dadurch bedingt, daß die Befähigung zu diesem Unterrichte
gerade bei dem Lehrer des Deutschen in Prima sich finde.
Zu 3.
a. Daß für die Aufgabe der Sprachkenntnis auf die Aneignung
eines ausreichenden Wortschatzes nicht geringeres Gewicht gelegt ist,
als auf die grammatische Sicherheit, wird keiner besonderen Begründung
bedürfen; überdies ist es vornehmlich der feste Besitz des
einmal erworbenen Wortschatzes, durch welchen die Befriedigung an
fortschreitender Leichtigkeit der Lektüre gewonnen wird und durch
welche die Beschäftigung mit derselben ihre Wirkung über die Schulzeit
hinaus erstreckt.
b. Die Aufgabe des Gymnasiums ist dadurch noch nicht als
erfüllt zu betrachten, daß die Schüler Schriften von irgend einer
näher bestimmten Höhe der Schwierigkeit lesen können, vielmehr ist
darauf Werth zu legen, daß und wie sie einen Kreis von Schriften
wirklich gelesen haben. Für die Art der Lektüre find die beiden
Seiten bezeichnet, daß sie begründet sein muß auf sprachlicher Genauigkeit,
und daß sie führen soll zur Auffassung des Gedankeninhaltes
und der Kunstform. Aus der ersteren Seite der Behandlung
ergiebt sich der formal bildende Einfluß dieses Unterrichtes,
aus der anderen Seite der Anfang derjenigen Entwickelung, welche
in ihrer Vollendung als klassische Bildung bezeichnet wird. Eine
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