Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1809. (4)

Königl.  Württembergische  Weg-Ordnung.
Friderich,  von  Gottes  Gnaden,  König  von  Württemberg  rc.  kc.  2c.

Da  Wir  Uns  bewogen  gefunden  haben,  die  Vorschriften,  welche  sowohl  Communen
als  einzelne  Personen  in  Hinsicht  auf  die  öffenrlichen  Wege  zu  beobachten  haben,  in  Eine
Ordnung  zusammen  fassen  zu  lassen:  so  verordnen  Wir  mit  Aufhebung  der  äalteren  We)-Ordnung
  vom  13.  Jenner  1772.  Folgendes:

I.)  Verbindlichkeiten  der  Commnunen  in  Hinsicht  auf  die  sffentlichen  Wege.

O.  1.  Jede  Commun  ist  verbunden,  die  Wege  auf  ihrer  Markung,  in  so  ferne  ste#
keine  Post=  und  Commercial-Straßen  sind,  355  in  so  ferne  nicht  einzelne  Göter-Besizer
oder  Corporationen  vermäge  eines  speciellen  Rechts-Tirels  hiezu  die  Verbindlichkeit  haben,
  stets  in  brauchbarem  und  fahrbarem  Stand  zu  erhalten.

5.  2.  Den  Königl  Kreis-Ober  und  Souverainetärs-Aemtern  liegt  es  ob,  darüber  :u
wachen,  daß  die  Communen  diese  Verbindlichkeit  nach  Anleltung  der  unlängst  bekannt  gemachten
  Instruction  für  die  Wegmeister  siets  erfüllen.

3.  Die  Königl  Straßen  Casse  giebt  weder  zu  Anlegung  noch  zu  Unterhaltung  der
gewöhnlichen  Commun-Straßen,  wenn  sle  auch  gleich  förmlich  chausürt  s#nd,  einige  Biiträg.

Seltlbst  aber  auch  auf  den  in  Königl.  Administratien  übernommenen  Post=  urd
Commercial:  Straßen  haben  die  Communen,  über  deren  Markung  sie  gehen,  ausser  den
Ertra-Beiträgen,  welche  sie  dafür,  daß  ihnen  die  Erhaltung  dieser  Straßen  abgenommnen
worden  ist,  zu  leisten  haben,  und  welche  für  jede  einzelne  Commun  von  Unserem  Koönigl.
Stoaßen:Departement  besonders  regulirt  werden,

a)  die  Erhaltung  der  Chausseen  innerhalb  Erters,

b)  die  Unterhaltung  derjenigen  Brücken,  welche  sie  vor  Anlezung  der  Chaussee  zu
ihrem  eigenen  Ruzen  unterhalten  mußten,  und  deren  Unterhaltung  die  Königliche
Chaussee-Casse  nicht  übernommen  hat,  6

T)  die  Ausschlagung  der  Gräben  auf  ihrer  Markung  mit  Ausnahme  derjenigen  Streken,
  welche  sich  über  herrschaftliche  Güter  und  Waldungen  ziehen,

d)  die  Reinigung  der  Dohlen,  .

e)dieAntegungderGüter-BrückenundderkleineanückenüberdieChausseegrO
ben  an  solchen  Stellen,  wo  Seiten-Wege  auf  die  Chaussee  stossen,

k)  die  Anlegung  von  Sicherheits-Schranken,

8g)  die  Sezung  von  Weg.  Zeigern,
5  die  Sezung  der  Chaussee:=  Bäume  auf  Allmanden,

i)  die  Erhaltung  der  Numero-Stozen,  und

k)  den  Transport  der  Stein-Wage  zu  besorgen.  Wir  verordnen  in  dieser  Hinsicht:

I.  S.  Was  die  Unterhaltung  der  Straßen  durch  die  Etter  anbelangr,  daß  solche  sters
unklagbar  versehen  werden  muß,  und  daß  sie  sehr  erleichtert  werden  wird,  wenn,  wie  hismit
  befohlen  wird,  die  schlimme  Gewohnheit  unrerbleibt,  daß  nur  zu  gewissen  Zeiten  Haupr-Reparationen
  vorgenommen,  und  dann  die  Orts-Distrikte  zum  Nachtheil  der  Passage  der
ganzen  Länge  und  Breite  nach  überschlagen  werden.

Wir  machen  vielmehr  die  Orts-Worsteher  dafür  verantwortlich,  daß  ste  auf  den  Strassen
  innerhalb  Erters  nie  einen  großen  Fehler  entstehen  lassen,  sondern  diesem  stets  durch