Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1809. (4)

Nro.  37.  1809.  ao5

Koͤniglich-Wuͤrttembergisches

Staats=  und  Regierungs-Blakt.

Samstag,  29.  Jul.

 

 

General-Reseript,  eine  ausserordentliche  Brandschadens-Umlage  wegen  des  Balinger  Brand-Unglüks
  betreffend.

Das  bedeutende  Brand-Unglük  in  Balingen  macht  bei  dem  allgemeinen  Branddverficherungs-Institut
  eine  ausserordentliche  Brandschadens-Umlage  nöthig,  und  Wir  finden  Uns
bewogen,  solche  auf  Sechszehn  Kreuzer  je  von  too  fl.  Gebdude-Anschlag  in  dem  ganzen
  Umfang  des  Königreichs  zu  bestimmen.  Wir  eröffnen  solches  andurch  Unsern  Königl.
Beamten,  und  befehlen  allergnädigst,  daß  die  Umlage  alsbald  vorgenommen,  und  der  vierte
Theil  der  Beiträge  sogleich,  das  übrige  aber  in  dret  Terminen,  jeder  zu  einem  Viertel-Jahr,
  eingezogen,  und  zur  Brandschadens=  Versicherungs=  Casse  eingeliefert  werden
soll.  Mitr  der  ersten  Lieferung  sind  auch  die  summarischen  Urkunden  über  die  Umlage  einzuschiken,
  und  wollen  Wir  zugleich  wegen  der  Art  und  Weise  der  Umlage,  des  Einzugs
und  der  bieferung  Unsere  Beamte  auf  die  Vorschriften  des  in  Betreff  der  Umlage  für  das
Jahr  180  FF  ergangenen  General-Reseripts  vom  6.  Jun.  d.  J.  (Staats=  u.  R.  Bl.  Ne.  27.)
verwiesen  haben.  Da##n  geschiehet  Unser  Königlicher  Wille  2c.  Stuttg.  in  Königl.  Ober-Reg.
  Ob.  Pol.  Dep.  den  ag8.  Jul.  1300.  Ad  Mand.  Sacr.  Reg.  Maj.  propr.

In  verschiedenen  Gegenden  des  Königreichs  sind  seit  kurzer  Zeit  ansehnliche  Distrikte
durch  Hagelschlag  schwer  betroffen  worden.  Obgleich  anzunehmen  ist,  daß  man  nirgends  versäumt
  haben  werde,  die  noch  übrige  Jahrszeit  unverzüglich  durch  Einpflanzung  anderer  tauglichen
  Feldgewichse  möglichst  noch  zu  benuzen,  so  ist  es  doch  zwekmässig,  denen,  die  etwa
mit  den  in  solchen  Fällen  gemachten  Landwirthschaftlichen  Versuchen  und  Erfahrungen  nicht
bekannt  sind,  hiezu  eine  nähere  Anleitung  zu  geben.

Es  können  nemlich  Ortschaften,  welche  Früchte  und  Furter  durch  Wetterschlag  verlohren
  haben,  sich  durch  folgende  Verfahrungsarten,  wenn  sie  eine  oder  die  andere,  welche  am
passendsten  ist,  anwenden,  noch  einigen  Ertrag  verschaffen.

Diejenige  Semmer=  Halmfrüchte,  welsche  noch  nicht  in  Aehren  geschossen  sind,  wenn  sie
plözlich  abgemähr  worden,  spressen  aufs  Neue  aus  der  Wurzel,  und  geben  zwar  eine  späte
aber  noch  ziemlich  gure  Erndte.